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Das Christenthum in tiefster Schmach.
2 . Tim. 4, 3. 4.
Mein Eingeweide wird erschüttert!
Mein Herz in meinem Leibe zittert,
Und Gram und Abscheu nimmt mich ein,
Wenn ich Verbrecher seh' und höre,
Die, Gott! Dich lehren, und die LehreDurch ihre Heuchelei'» entweih'«!
Sie haben keinen Tod zu leiden,
Und schünden dennoch ihre Pflicht;
Sie sollten Gottes Heerde weiden,
Und suchen das Verlorne nicht.
(§chon Paulus, der gotterleuchtete Apostel, sah zu seiner Zeitdas Verderben des Christenthums voraus, wenn er bemerkte,wie sowohl Juden als Heiden, die da bekehrt worden waren,vom Sauerteig ihrer vorherigen Meinungen in den neugeprcdig!«ten Glauben einzumischen geneigt waren. Noch mehr mußte ervon der sinnlichen Natur der Menschen selber befürchten, die M
immer gern wider die Pflichten des Geistes anstrebt, und nur »iK.
die thierischen Neigungen und Triebe, oft aus Unkosten des bessern I
Gewissens, sättigen will. Er selbst hatte sich viel zu genau beob- Uiii
achtet, als daß er nicht den Menschen und seine Schwächen genau U ^
genug kennen sollte. Es ist ein doppeltes Gesetz in uns, sagte irwi;
er, das einander beständig widerstreitet. Der Gcist kämpft wider «>
das Fleisch, das Fleisch wider den Geist. Er selber wußte, wie U
schwer es sei, der Gewalt unserer Leidenschaften und sündhaften M
Begierden zu begegnen. Wie sehr mußte er nun besorgen, daß sH,
Andere nicht den Muth und Ernst haben dürften, die unreinenNeigungen in sich zu unterdrücken; sondern daß sie von der y
Strenge und Hoheit der Lehre des göttlichen Erlösers nach und ^
nach ablassen, und sich für ihre Gelüste und thierischen Wünsche ^
eine bequemere Lehre erfinden würden. Deswegen schrieb er > ^
einst schon an einen seiner theuersten Freunde von Rom aus: H
Es wird eine Zeit sein, da sie die heilsame Lehre ^
nicht leiden werden, sondern nach ihren eigenen ^
Lüsten werden sie ihnen selbst Lehren aufladen,