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keiner Zeit sind mehr Fürsten und Herren eines unnatürlichen ^
Todes gestorben, von ihren Thronen gestürzt, aus ihren Landen ^
vertrieben oder lebenslänglich mit Kriegen umringt worden, alsda die Völker in größter Unwissenheit lebten und erhalten wurden. - ^Das waren die unglückseligen Wirkungen der allgemeinen ^Geistesverwiloerung! Die wahre christliche Tugend war wiederso festen, wie sie während der heidnischen Zeiten irgend hätte ^sein können. Es war überall dumpfes, thierisches Hinbrülen;der Gottesdienst ein todter Zeremoniendicnst. Wi-» konnte es ^anders sein? Welcher Verstand verfinstert ist, wie der Apostelspricht, die sind entfremdet von dem Leben, das aus Gott ist, kK
durch die Unwissenheit, die in ihnen ist, durch die Blindheit ^
ihres Herzens. A
Und begünstigt durch die Rohheit der Menschen und durch ^
die freiwillige Entsagung der Vernunft in Sachen des Glaubens, N
drangen Irrthum und Aberglauben in ungeheurer finsterer Menge hl
zur Kirche. Weil man viel zu kenntnißlos war, um sich manche N
der natürlichsten Erscheinungen in der Natur zu erklären, so gab jb
man dieselben gleich für Wunderwerke irgend eines Heiligen aus, «
um das Ansehen desselben, oder vielmehr das Ansehen der Kirche, Air
zu vermehren. Und wo es an solchen Ereignissen fehlte, erfand zlm
man falsche Wunderwerke. Das Alles aber geschah, wie mansich ausdrückte, zur größer» Ehre Gottes. Ach, als wenn es iml
möglich wäre, daß ein Wurm des Staubes dem unendlichen lü
Gebieter des Weltalls an seiner Ehre etwas zulegen und sie ^
vergrößern könnteAls wenn es möglich wäre, daß das Aller-- M
heiligste im Himmel und auf Erden durch Betrug, Falschheit ^
und Sünde geehrt werden könnte! U
Nicht für die Gottheit, nicht für die Religion Jesu ward dies A
Unwesen getrieben, sondern für die Vermehrung des irdischen ^
Reichthums der Kirchen und ihrer Priester. Darum wollte jedes ^
Kloster und Klöstcrlein, jede Kirche, jedes Kirchlein mit Reliquien ^
prangen, damit die frommzläubige Gemeinde desto freigebiger e
werde, die Heiligen zu beschenken. Die Geistlichen waren die ^
Verwalter, Bewahret und Genießer des heiligen Gutes. Und H
was sie einmal erworben hatten, hütete» sie wohl, daß es nicht ^