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Keuschheit beisammen wohnten, und es an Pracht und Schwelgercioft den Weltlichen zuvor thaten. Je größer die Unwissenheit, jegrößer ward die Verwilderung des Gernüchcs, die Schändlichkeitder Sitten. Man vergab die Sünden an Gottes Statt und sündigtemit; nur der ward von Allen siliz gepriesen, der Kirchen undKlöstern das meiste Gut schenkte und in freiwilliger Armuthlebte, oder die Scim'gen in Armuth stieß, damit die Geistlichenvollauf hatten und im Ueberfluß schwimmen konnten. Je reicherdiese wurden, je leichter konnten sie das Volk beherrschen. Jeunwissender, abcrgläubiger und leichtgläubiger die Laien waren,je weniger Mühe kostete es, dieselben nach Willkür zu lenken.Ja, es fehlte nicht an Personen, welche Nachfolger Jesu,Verkündigcr des göttlichen Wortes, Geweihte Gottes hießen, diesich an der Unwissenheit des großen Haufens belustigten, oderihn in tiefer Unverständigkeit geflissentlich zu erhalten suchten,um bequem herrschen zu können. War das Volk in ihrer Gewalt,und konnten sie es mit wenigen Worten empören oder besänftigen,so waren auch die Fürsten in ihrer Gewalt. Und so geschah es.Dir Gewalt der Geistlichkeit stieg zu einer furchtbaren und un-natürlichen Höhe: theilte sich erst mit westlichen Obrigkeiten indie Herrschaft, und machte dann selbst die Könige der Erde vonsich abhängig. Christus hatte gelehrt: Gebet dem Kaiser, wasdes Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Da aber Priestersich zu Auslegern des göttlichen Willens über einzelne Vorfälledes Lebens, zu Statthaltern Jesu auf Erden machten, fähig,sterbliche Menschen nach Belieben zu entsündigen und zu heiligen,oder aus dem Schoosc der Kirche, aus der Gemeinschaft derGläubigen zu verstoßen, zu verfluchen, und zur ewigen Pein zuverurtheilm; da das leichtgläubige Volk, zitternd vor den vomPriester angedrohten Gerichten Gottes, gehorsam den Befehlender Kirche folgte: so ward die Kirche, oder vielmehr die ehrgeizigeScharr ihrer Priester, übermächtig gegen den weltlichen Arm.Umsonst hatte das Gotteswort gr lehrt: Seid Unterthan derObrigkeit, denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott. Mehrmalspredigte die Kirche den Aufruhr gegen Obrigkeiten, und empörtedie unwissenden Völker gegen ihre rechtmäßigen Beherrscher. Zu