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7 (1837) Der Christ und die Ewigkeit
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38.

Der Christen Gewalt und Rache.

Gal. 5/ 22.

Wo fürchtet sich der Mensch zu wüthen/

Wenn er der Welt allein gebieten/

Allein will frei und furchtbar sein?

Ihr Wellen braust nicht! Euch empöreKein Sturmwind / und die stillen MeereDurchsiiirme nur der Mensch allein!

Er/ er wird leben/ wird zerschmettern/

Wird quälen / plündern selbst den Freund;Ergrimmter/ als in Winterwcttern '

Die Fluth/ ein unversöhnter Feind!

Eine alte, traurige Wahrheit ist es, daß dem Menschen vielleichter sei, sein Unglück zu ertragen, als sein Glück. Dasbezeugt die Erfahrung an einzelnen Personen, an ganzen Völ-kern. Auch leider an den Christen ist es bestätigt worden.

So lange sie die Verfolgten waren, sah man sie aller Ortenals Muster der Demuth, des gesetzlichen Gehorsams, wennihnen nichts wider ihren Glauben geboten wurde. Sie lebteneinfach, in strengen Sitten, aller Weichlichkeit scind; ertrugendie größten Beschwerden mit Fröhlichkeit; achteten es gering,Eigenthum und Vaterland für das Bekenntniß der ewigenWahrheit zu verlieren, in Wäldern und Höhlen als Flüchtlingezu leben, und, sollte es sein, selbst mit Freuden zu sterben.Alle waren eine Liebe. Keiner verrieth den Andern. Der Reichetheilte dem Annen mit, und selbst diejenigen, welche sich inihren Meinungen und Auslegungen heiliger Schriften ent-zweiten, stritten mit Worten, nicht mit Dolchen, Foltern undKerkern, wider einander. Sie wollten sich wechselweise be-kehren, nicht verderben. Sie verabscheuten den heidnischenAberglauben, aber haßten die Heiden nicht; sie beklagten nur' die Irrenden. Sie beteten noch auf den blutigen Richtsätzenedclmiithig im Tode für ihre ungerechten Verfolger.

Sobald aber die Gewalt in ihre Hände gegeben war, ver-wandelte sich das grcße Schauspiel. Die Verfolgten wurden nun, die Verfolger. Verschwunden war plötzlich Liebe und Gr oßmuth.