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7 (1837) Der Christ und die Ewigkeit
Entstehung
Seite
374
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Vieh vor Schaden und Krankheit zu bewahren. So ging durchMißverständniß der Unwissenden ein ursprünglich unschuldigerGebrauch in das wahre abergläubige Heidenthum über.

Christus hatte seinen Nachfolgern ein ganz anderes Erkennt-nißzeichen mitgetheilt, davon die Welt wahrnehmen sollte, obsie seine Jünger wären. Dabei wird Jedermann erkennen,sprach er, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe untereinander habet. Schon stand man eine Stufe tiefer, alsman statt der Liebe das Kreuz zum Kennzeichen wählte. Alsaber endlich Christen, das Kreuz in der Linken, den Dolch inder rechten Hand tragend, sich mit verfolgerischer Wuth imNamen des Gekreuzigten mordeten: da war von der ReligionJesu nichts mehr in ihnen vorhanden.

Ursprünglich war die Verehrung, welche die ersten Christenden standhaften Bekennern Jesu bezeugten, unschuldig und ehr-würdig. Jeder tugendhafte Mensch verdient die Hochachtungder Menschen. Wer solchen ehrt, der schätzet das Göttliche imSterblichen. Warum finden wir es nicht anstößig, wenn wirnoch in unsern Tagen das Andenken großer Todten werthvollbewahren, die das Opfer ihrer Menschenliebe wurden, oderden Heldentod fürs Vaterland starben, oder sich durch Kunst,Wissenschaft, Entdeckungen und Stiftung gemeinnütziger WerkeVerdienst um Welt und Nachwelt erwarben? So tadele Nie-mand die Bewunderung und dankbare Ehrfurcht des Alterthumsgegen fromme Menschen, welche lieber Kerker und Folter undTod erduldeten, als vom Glauben an Jesum abfallen wollten.Das Blut aus den Wunden jedes Märtirers war ein neuesZeugniß für die Wahrheit und seligmachende Kraft der christ-lichen Religion; der Märtirertod ein Verdienst, nicht um einkleines Vaterland, sondern um die gesammte Menschheit, umdas Gottesreich.

Ursprünglich war die Verehrung und Aufbewahrung vonUeberbleibseln der gottbegeisterten Märtirer und Blutzeugensehr unschuldig. Es war nicht Aberglaube, sondern bewun-dernde Liebe, welche sie sammelte und den Nachkommen auf-behielt. Sprechet immerhin, dies sei ein allzusinnliches, mit der