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7 (1837) Der Christ und die Ewigkeit
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Religion unvereinbares Werk. Verdammet aber nicht zu vor-eilig, denn ihr verdammet euch selbst. Es mochte sinnlich sein;aber sinnlich ist des Menschen Natur. Warum sendet der ent-fernte Gatte in der Todesstunde noch seinen Ring, oder eineLocke seines Hauptes gern an die Geliebte, die ihn nicht sterbensehen konnte? Warum bewahrt die zärtliche Mutter noch gernein Kleidungsstück ihrer im Grabe schlummernden Kinder, undbetrachtet mit wehmüthiger Lust, und achtet dies geringeHeiligthum mehr, als die schönsten ihrer Kostbarkeiten? Siehe,so bewahrten mit wehmüthiger Liebe und Bewunderung dieersten Christen Andenken und Ueberbleibsel ihrer Glaubens-helden. Die Sage von ihren Tugenden und Leiden ging vonMunde zu Munde, und von Geschlecht auf Geschlecht. Und werdie Ueberbleibsel der edeln Denkmale sah, wähnte sich gleichsamin die Zeiten der großen Dulder versetzt und ihnen näher zustehen. Er empfand, was wir noch empfinden, wenn wir imTodtengewülbe am Sarge einer berühmten Person der Vorweltstehen, oder Kleidungsstücke oder eigenhändige Briefe derselben,oder auch nur ihre Aufenthaltsorte und Wohnungen erblicken.

Allein die Zeiten wurden finsterer, und die menschlich schöneVerehrung der Märtirer verlor sich durch Mißverständniß undUnwissenheit in wahre Anbetung derselben. Ihre Ueberbleibselgalten ihnen nicht mehr als werthvollc Denkmäler, sondern alswunderbare Heiligthümer. Man war nicht mehr so begierig,die Frömmigkeit der Glaubenshelden kennen zu lernen undnachzuahmen, sondern wollte sich durch Gebet zu ihnen, unddurch Berührung der Reliquien, von Krankheiten und Leibes-gebrechen heilen, oder andern persönlichen und häuslichen Nutzenstiften. Da ging der edle Zartsinn des Christenthums in rohes,grobes Heidenthum über. Bald war nun jeder Jünger undFreund Jesu aus den ersten Zeiten der Kirche heilig erklärt,und zur Verehrung empfohlen; bald jeder von den ersten Ein-siedlern; bald jeder, der mit schwärmerischem Eifer, in derMeinung, Gott zu dienen, der Welt entsagt, und durch Ka-steiungen des Leibes seine Gesundheit zerrüttet, seinen Tod be-schleunigt hatte. Wo noch der Verständigere von bloßer Ver-