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rmd Antiochien, zu Alexandrien inAegypten und zuKonftantinopclund zu Rom. Die ehemalige Demuth der ersten ChristenlehrerVerschwand, und die Nachfolger Jesu wurden, bewegt von sinn-lichen Begierden, Fürsten dieser Welt.
Bis zu den Tagen Konstantins, deS ersten christlichen Kaisers,war Rom die Hauptstadt des gesammten Reichs gewesen. Er aberbaute eine neue Hauptstadt, dem Morgenlande näher gelegen, undnannte seinen neuen Wohnsitz nach seinem Namen, Konstantinopel.Demungeachtet behielt die Stadt Rom noch lange ihr tausend-jähriges Ansehen in der Welt. Daher kam es, daß in kurzer Zeitder Patriarch zu Rom, wie der Patriarch in der neuen Haupt-stadt, in Ansehen und Einfluß einen Vorrang selbst über anderePatriarchen zu erhalten strebten. Sie waren darin nicht unglücklich,And von den Kaisern, wie deren Statthaltern, begünstigt; sowie von der Unwissenheit des Zeitalters. Die vom Heidenthumbekehrten Christen, welche in der Rohheit ihrer Begriffe dieHriligen der Kirche als Götter verehrten, hatten vor den Prie-stern und Oberpriestern eine blinde, abergläubige Ehrfurchtbehalten. Mit dieser umringten sie nun Bischöfe und Patriarchen;und Niemand konnte mit Fug dagegen sprechen, daß zur Einheitder christlichen Kirche auch die Einheit des geistlichen Oberhauptesnothwendig sei. Dazu wagte der Patriarch von Rom den erstenSchritt. Er erklärte, daß Petrus allerdings als der Fürst derApostel zu achten sei; daß dieser zu Rom selbst der ersten ChristenLehrer und Bischof gewesen; daß alle spätern Bischöfe in dieserStadt im Amt Petri Nachfolger geworden, und folglich auchein Bischof, ein Patriarch zu Rom, mit dem Amt des großenApostels, dessen Befugniß und Ansehen einnehmen, Haupt undVater oder Papst der Christenheit sein solle. Daraus erfolgte einlanger und trauriger Streit zwischen den Patriarchen im Abend-land Morgenlande, und die noch heute dauernde Trennung der*griechischen und römisch-katholischen Kirche.
So bildete sich nach dem Siege der christlichen Kirche ihreGestaltung aus. Sobald wir nicht die Kirche mit dem durchJesum geoffenbarten Glauben verwechseln, sondern sie als dasäußere Verhältniß der christlichen Glaubensgenossen zur Welt