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liebsten auf dem Berge Garizin, die Andern, er lasse sich amliebsten zu Jerusalem anbeten. Ihr wisset nicht, waS ihranbetet, sprach der Herr: aber es kommt die Zeit, daß diewahrhaftigen Anbeter werden den Vater anbeten im Geiste undin der Wahrheit. Nun ward bald eine Kirche heiliger als dieandere, eine von Gott begnadigter und wunderwirkender, alsdie andere gemacht. — Der Offenbarer Gottes, des Herrn,Jesus, hat gesagt: Gott ist unser Aller Vater im Himmel, ihrseid srine Kinder. Nahet auch dem ewigen Vater mit kindlichemVertrauen, und was ihr bitten werdet in meinem Namen,das wird er euch geben. Nun sah man Gott nicht mehr alsseiner Erschaffenen Vater, sondern als einen Hochgcwaltigendargestellt, der wie ein irdischer Machthaber seine Räthe, seineLieblinge hätte, an die man sich um ihre Fürbitte wenden müsse,um von dem Könige des Weltalls eine Gabe zu erhalten.
Wie entstellt war die Religion Jesu! Und sie ward vonJahr zu Jahr mehr durch heidnische Begriffe und Aberglaube»ehemaliger Götzendiener verdunkelt; nicht minder durch diespitzfindigen Meinungsstreitigkeiten christlicher Schriftgelehrten;oder durch den Mißbrauch, welchen der priesterliche Eigennutzmit Glaubenssachen trieb. Um immer mehr Heiden für denchristlichen Gottesdienst einzunehmen, machte man denselbenprächtiger, als je der heidnische Gottesdienst gewesen. Mandachte nicht so sehr darauf, durch die Wahrheit des göttlichenWortes Herzen und Gewissen zu überwinden, als vielmehr dieBlicke zu fesseln, die Augen und das Gehör zu berauschen. Eslag weniger an dem christlichen Sinn, als an der großenAnzahl der Bek.hrten. So wurden der heidnischen Zeremonienimmer mehr eingeführt, selbst Opfer für die Todten.
Der Triumph der christlichen Kirche ward auf solche Weisekein eigentlicher Triumph des reinen Christenglaubens; und derSieg der Kirche sogar kein allgemeiner Sieg des Christenthums.Denn die mit einander hadernden Kirchenparteien haßten sichgegenseitig mehr, als sie selbst die Heiden haßten. Nur diejenige,welche damals, als Konstantin mit kaiserlicher Macht demGlauben beitrat, die größere Anzahl der Gemeinden für sich.