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Gott darbrachten. Ich ehre die Tugend, ihre muthige Selbst- ^Überwindung. Sie thaten wie sie sollten. Bei der eigenthümlichen ^Beschaffenheit ihre- Gemüthe- konnten sie nicht anders. ?
Wie übel würde es mir anstehen, diejenigen etwa mit Vorwürfen ^
zu überhäufen, welche, fast ohne Einbildungskraft, und von wenigerReizbarkeit, Alles nur kalt und trocken beurtheilen, kaum einer ^warmen Theilnahme an etwas, kaum einer schönen Rührung,kaum einer Thräne des Mitleids fähig sind. Auch sie können ^nicht anders; denn sie vermögen es nicht, aus ihrer eigenenNatur herauszugehen. Sie wollen Alles nur nach Grundsätzen A"behandeln; Alles berechnen; Alles erprüftn mit dem Verstände.
Warum sollte ich nun diejenigen tadeln, deren Gemüth, ohneihr Zuthun, weich geschaffen und reger ist? Ehret doch Jeden »> ^in dem, was er nach den natürlichen Gaben, die er von Gottempfangen hat, Gutes ist und thut.
So thaten die ersten Christen. Ihnen schienen die frommen, «ügottergebenen Beter in den Einöden bessere und heiligere Menschenzu sein, als die sind, welche im Weltgewühl, wohnen. Man be-handelte sie auch mit größerer Auszeichnung und Hochachtung; al
wähnte sie vielleicht wirklich in vertrauter Verbindung mit der U
Gottheit; betrachtete sie als Lieblinge des Himmels, wohl gar in!r
als Wunderthäter, und nannte noch lange nach ihrem Tode ihre st
Namen mit frommer Bewunderung. U
Ihr Beispiel reizte manche gute Menschen zur Nachahmung, Dr-ohne daß sie eigentlich dazu von einem innern Triebe geleitet Gworden wären. Um so verdienstvoller schien diesen eine strengeWeltentsagung zu gelten. Andere thaten das Gleiche aus minder ^läutern Gründen. Auszeichnungssucht und Ruhmbegier sporntensie an, in die Einsamkeit zu ziehen, und die Achtung als heiligeLeute zu genießen. Bald mehrte sich die Zahl der Einsiedler; baldwohnten sie in Haufen und Zellen beisammen, bald schrieben siesich strenge Regeln des Lebens und der goitesdienstlichen Uebungenvor. Und so empfing nach und nach unter den Christen das Kloster-leben seinen Anfang, und die Meinung ward herrschender, daßEntsagung des WeltlebenS in der Gott geweihten Einsamkeit,unter Uebungen der Andacht und Abtödtung des Fleisches, die