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stus ist. Der aber Hai in allen den wahren Glauben, wer den hei-ligen Willen seines Vaters im Himmel thut, und im Geiste JesuGott und Mitmenschen liebt, und selbst den Feind segnet. Nichtan ihren Glaubensbekenntnissen will Jesus die Seinigenerkenne«, sondern an den Früchten ihres Glaubens.
35.
Welt und Einsamkeit.
Matth. 6, 2 ä.
Soll ich im bunten WcltgewühleUnd Flittertand mich stets zerstreu'»?
Kann in der Leidenschaften SpieleMein'Hcrz nur Gott gewidmet sein?
Soll ich die Welt mit ihren Freude»
Und die Verführung, die sie beut,
Und Schmerzen, die sie bringet, meiden,
Und stieh'n in ew'ge Einsamkeit?
Und wobnt' ich auch in engen Klausen,
Fern von der Welt und ihrer Lust:
Ach, der Versucher wohnt nicht draußen,
Er wohnt in meiner eignen Brust.
Arider ist in der christlichen Welt schon früh angefangen worden,die Religion zu einer bloßen Angelegenheit des forschenden,grübelnden Verstandes zu machen. Der den Geist erhebendeund stärkende Glaube an Jesum ward in eine Art religiöserWeltweisheit verwandelt, die für das Gemüth und den 'hei-ligen Willen unfruchtbar blieb. Daher kamen Mißverständ-nisse, entgegengesetzte Urtheile, Wortstreiligkeiten und Gezänkeum Nebensachen.
Diese Entzweiungen waren schon in den ersten Zeiten deSChristenthums vielen Leuten ein großes Aergerniß. Ueberzeugt,daß nicht weltliche Gelehrsamkeit und spitzfindiges Scheiden derBegriffe, sondern kmvlicheS Glauben, frommer Wille, heiligeThat das Wesentlichste der Religion sei: zogen sie sich betrübtvon aller Theilnahme an den Gezänken zurück, und folgten ganzden Eingebungen ihres Gemüthes. Sie kannten nur das Haupt-gebot ihres göttlichen Meister-: dieLiebe. Sie kannten nur