Druckschrift 
7 (1837) Der Christ und die Ewigkeit
Entstehung
Seite
349
Einzelbild herunterladen
 

349

Doch führte diese oft mühsam bewerkstelligte Einheit dermehre rn Gemeinden nur selten, leider nie zur vollkommenenEinheit Aller. Denn in Glaubens- und Ueberzcugungssachenließen sich die Abweichenden weder durch Gewalt, noch durchBeispiel bewegen, ihre Gesinnung zu ändern. Und somit ent-standen ewige Trennungen unter deu Christen; somit entstandendie wildesten, gegenseitigen Verdammungen undVerketzerungen;somit entsprang jenes höllische Laster, welches im Namen undzur Ehre Gottes, mit Mordfackel und Dolch bewaffnet, nurnach Untergang und Blut des andersglaubenden Jesusbekennerslechzet, jenes höllische Laster der Unduldsamkeit vderIntoleranz,welches in allen Jahrhunderten der Christenheit den von ihr be-wohnten Boden durch Christenwuth mit Chrisienblut besudelte;jenes höllische Laster, welches im Namen der ewigen Liebemorden, zu Ehren Gottes die Geschöpfe Gottes zerstören, unddie Seligkeiten des ewigen LcbenS mit den gräßlichsten Ausschwei-fungen der Bosheit und Rachsucht auf Erden erkaufen will;jenes Höllische Laster, wider welches Jesus Christus umsonstsein erhabenes Beispiel zwischen Juden und Samaritern auf-stellte, und welches Priester Jesu Christi bis zu unsern Tagenmit grenzenloser Frechheit zu predigen wagten.

Der Kampf des Christenthums wider die Verfolgungen deSHeidenihums hat längst geendet; aber der Kampf um abwei-chende Meinungen in der Kirche ist leider seit beinahe achtzehn-hundert Jahren noch immer nicht geschlossen. Wahrlich, unddieser Kampf ist eitel, würde er auch noch achtzehnhundert

Jahre fortgesetzt-und ich sage dir, er wird forigrsitzt!

Ewig und ewig währet auf Erden der Kampf des Guten undBösen, des Lichts und der Nacht. Immer fallen neue Schlackenab. Immer noch ist das siegreiche Gure mit dem, was mangel-haft ist, vermischt. Es muß geläutert sein; das Himmlischemuß zum Himmlischen aufsteigen, das Irdische sich immer mehrabscheiden und zum Irdischen niederneigen.

Alle christlichen Kirchen, so viel ihrer sein mögen, uns so vielihrer noch je sein werden, sind nur kleine Abtheilungen einer undderselben Gemeinde und Geistesfamilie, deren Haupt Jesus Chri-