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7 (1837) Der Christ und die Ewigkeit
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Meinungen eine gewisse Einheit gegeben werden, wodurch dieChristenheit neue Stärke gegen ihre mannigfaltigen und zahl»reichen Verfolgungen gewinnen mußte. Seid fleißig, zu haltendie Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens! hatteeinst Paulus schon den Gläubigen seiner Tage zugerufen.(Ephes. 4, 3.)

Doch nicht immer ward durch diese Mittel der nützlicheZweck erreicht. Es geschah auch wohl, daß die Kirchenversamm-lungen erbittert und fruchtlos auseinander gingen; oder daßsich die Glieder derselben in Parteien spalteten und nur einegeringe Mehrheit über die andere entschied; oder daß der Kirchen-Versammlung von einer Art diejenige von ganz entgegengesetzterMeinung widersprach. Auf wessen Seite sollte nun daS Rechtund die Wahrheit gesucht werden? War auch wohl allezeit diegrößere Weisheit und Erkenntniß, oder die größere Gelassenheitund Leidenschaftlosigkcit des Gemüths auf der Seite derjenigen,welche die Mehrheit ausmachten?

Inzwischen wurde unter den Christen doch als Grundsatzangenommen, daß der Glaube der Mehrheit als Richtschnurzu betrachten sei, weil man außerdem nie zu einer Vereinigunggelangen, sondern in immer mehr Parteien zerfallen würde.Der allgemein herrschende, der allgemein angenommene Glaubemußte als der allgemein wahre gelten. Einzelne Personen oderGemeinden, die davon abwichen, wurden als Jrrlchrer, Sek-tirer, Ketzer angesehen, welche sich von der einstimmigen, all-gemeinen christlichen Kirche trennten.

Auf diese Weise empfing die allgemeine Kirche (die deshalbauch die katholische hieß, weil katholisch allgemein bedeutet)eine ihr bisher mangelnde Einheit. Sie befestigte dieselbenach und nach durch Einerleihert des Glaubensbekenntnisses,der Verfassung und der gottesdienstlichcn Gebräuche. So wardder Spott und der Vorwurf der Heiden gelähmt, als wüßtendie Christen selber nicht, waS sie glauben sollten. Hier standnun eine Allgemeinheit und Einheit des Fürwahrhaltens undGlaubens. Wer davon abwich, ward von der Mehrheit derKirche nicht als ihr Glied angesehen.