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neten die Gottheit Jesu Christi geradezu; Andere lehrten, daSWesen Christi sei das erste und höchste der von Gott erschaffenenWesen; Andere stritten über das Wesen des heiligen Geistes,und nannten ihn bald einen Vollzieher des göttlichen Willens,bald eine göttliche Kraft. Noch war Jahrhunderte lang die Lehrevon einer göttlichen Dreieinigkeit nicht festgestellt. WiederAndere, zumal eigentliche Judenchristen, behielten neben demChristenthum die Beobachtung des gesammten mosaischen Ge-setzes bei; blieben Juden im Christenthum. Noch Andere er-warteten die nahe irdische Wiederkunft des MessiaS und denbaldigen Anfang eines tausendjährigen Reichs.
Welch ein trauriger Hader um Dinge, die dem menschlichenVerstand zum Theil ewig verborgen sind, zum Theil nichts zurVervollkommnung unsers Geiste- und zu seiner endlichen Be->seligung beitragen können!
Selbst die Heiden fingen an, öffentlich über die Zwistigkeitender Christen in ihren Lehrmeinungen zu spotten, und darauseinen Beweis gegen Werth und Wahrheit der christlichen Re-ligion herzunehmen. ES mußten die Vorsteher und Lehrer derchristlichen Gemeinden daher um so eifriger wünschen, daß solchein öffentliches Aergerniß vermieden und verhütet werde. Sietraten vieler Orten gemeinschaftlich in Berathung zur Herstellungdes innern Kirchenfriedens. Man vereinigte sich endlich überirgend einen Lehrpunkt, und fitzte dann fist, Laß dabei geblie-ben , und alles Andere als irrig verworfen werden sollte.Dergleichen Zusammentritte der Priester, Bischöfe und Lehrerder Gemeinden wurden zur Beförderung allgemeiner Eintrachtöfters veranstaltet. Man nannte sie Kirchenversammlun-gen. Niemand wollte einem einzigen Menschen allein die Ein-sicht, Weisheit und Unfehlbarkeit zutrauen, oder ihm Machteinräumen, daß er über Gewissen herrsche, und in Glaubens-sachcn entscheide. Was die mersten Lehrer für wahr erkannten,das ward als Wahrheit angenommen.
Der Zweck solcher Kirchenversammlungen war allerdings-löblich und ehrwürdig. Den in ihren Ansichten getrennter»Christen sollte dadurch wieder Eintracht, und ihren Glaubens-