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frommen Märtirer, nicht in ihrer ganzen Verdienstlichkeit undGröße gewürdigt werden kann. Es ist begreiflich, daß Leute,die sich doch auch einbilden, Jesusbekenner zu sein, aber ausStolz und Eitelkeit, oder Wollust und Bequemlichkeit, mehr alseinmal ihre heiligsten Pflichten und somit Jesum verläugnen,den Muth der Blutzeugen erstaunlich finden. Es ist begreiflich,daß Leute ihn sogar unglaublich finden, die, um einen geringenGeldgewinn, oder um ihr kleines Ansehen geltend zu machen,oder aus Verdruß gegen diesen oder jenen, sich gar nicht ent-blöden, unrechtmäßige Mittel zu ergreifen und alle Religiositätbei Seite zu setzen. Dem Feigen ist alles Muthige unglaublich;dem Bösewicht alle Tugend Schwärmerei oder Heuchelei.
Ihr aber, edle Opfer eurer Ueberzeugungen, ihr, frommeDulder für Recht und Wahrheit, ihr, meines heiligen GlaubensBlutzeugen, seid mir immerdar ehrwürdig und theuer. EureAsche ist längst verwehet; aber ihr lebet noch in der Ewigkeitund Unvergeffenheü Gottes. — Kann ich nicht so dulden wieihr, möchte ich mit dem Muthe leben wie ihr, so unschuldig,vor Gott und Menschen ohne Tadel! Ich habe um Jesu willenkeine Folterkammer, keine Henkerbeile, keine Scheiterhaufen zufürchten. Mir ward durch die Gnade Gottes das angenehmeLoos, unter menschlich gesinnten Obrigkeiten und weisen Gesetzenzu wohnen. Aber was ich für Recht, Wahrheit und Tugendjeder Art Uebels leide — ist das nicht auch ein Leiden um Jesuwillen? Und wenn man spöttelnd und vornehmhöhnend vonmeinem Sinn für wahres Christenthum in Wort und Werk redet,ist diese Kränkung meines Herzens nicht ein süßer Schmerz, wieihr einst, verklärte Blutzeugen, mit Entzücken fühltet?
Treu meinem Heiland, will ich, wie ihr, muthvoll durch-Leben, freudig durch die Gefahr, standhaft durch die Versuchunggehen. Ich vermag Alles durch den, der mich mächtig macht,Christum. Amen.