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7 (1837) Der Christ und die Ewigkeit
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sich weiter darum zu bekümmern, ob man auch heilig und gerechtim Geist und Sinn Jesu handle und lebe: so ging man zu weit.Dawider eiferte, gleich wie Christus selber gethan, nun auchder Apostel Jakobus in seinem Briefe, wo er sagt: daß derGlaube ohne Werke todt sei (Jak. 2, 14.); und Paulus,wenn er schrieb: Und hätte ich allen Glauben, undhätte die Liebe nicht: so wäre ich nichts!

Die Briefe der Apostel sind niemals allgemeine Inbegriffeder gesummten Religionswahrheitcn: sondern gewöhnlich durchbesondere Umstände veranlaßt, die wir gegenwärtig nur zumTheil aus dem Inhalt ihrer Schreiben errathen können. Siesind für damals stattfindende eigenthümliche Bedürfnisse der oderdieser Gegend, zur Erläuterung einzelner Sachen, Beantwor-tung einzelner Fragen, Widerlegung einzelner, falscher Vor-stellungen abgefaßt. Weder diese zu verschiedenen Absichten undin verschiedenen Orten und Zeiten ausgefertigten Sendschreibensind einzeln für sich, noch zusammengenommen, ein Alles um-fassendes Ganzes. Daher müssen sie, um richtig verstanden zuwerden, auch immer mit gehöriger Rücksicht und Kenntniß so-wohl der Ursachen, weswegen sie geschrieben wurden, als derMenschen, an die sie gerichtet waren, gelesen werden. Geschiehtdies nicht: so werden die größten Mißverständnisse entstehen.Schrieben die Apostel in unsern Zeiten, sie würden sich ganzanderer Ausdrücke bedicncn, und mit ganz andern Hinsichtenschreiben. Denn wir sind' weder erst kaum vom Götzendienstebekehrte Heiden, noch sind wir erst zu Christen gewordene Juden,wie in damaliger Zeit die Christen noch insgesammt waren.Wenn man heutiges Tages die apostolischen Briefe auslegenwollte, als wären sie für unsere Zeiten und Begriffe verfertigt,so würde man in grobe Mißverständnisse verfallen.

So ist das Evangelium Matthäi zunächst für die Judengeschrieben, ihnen aus Jesu Leben und Lehren und Thaten dar-zustellen, daß er der wahrhafte, von Israel längst erwarteteMessias sei, an welchem sich alle Weissagungen der Prophetenerfüllt hätten. Darum zieht Matthäus immer sorgfältig dieStellen der heiligen Schriften des alten Bundes an. Denn um