leichter, das, was Jesus lebrte, zu glauben, alsskas, wasJesus lehrte, zuthun. Nicht über die Anweisungen Jesu, voll-kommen zu werden, wie unser Vater im Himmel vollkommenist, war der Streit lebhaft: sondern über Glaubenssachen undVorstellungen von seiner göttlichen und menschlichen Natur, vonder Dreieinigkeit, vom Verdienste Jesu, von dem Zustand derSeelen nach dem Tode, von der Entsündigungsart der Menschenund andern Dingen, von denen man am wenigsten wissen kann,ward am hartnäckigsten, am gelebrtestin, am feindseligsten gc-stritten. Und weil nun Jeder sein? Einsicht für die richtigste,seine Ueberzeugung für die unfehlbarste hielt, kam zu den Glau-benslehren eine Erläuterung um die andere, ein Zusatz um denandern, also, daß endlich die Lehre Christi, welche wir von ihmselbst empfangen baden, und die Lehre und Religion der Christen,die wir von spätern Zeitaltern empfangen haben, oft kaum nochfür einerlei gehalten werten können.
Der Streit über die Person Jesu Christi, in wie fern siegöttlich und menschlich sei, über den Werth des bloßen Glaubensan ihn, ward schon in demjenigen Jahrhunderte angehoben, inwelchem der Welterlöser selbst noch gelebt hatte. Dies mußteunausweichlich daher entstehen, weil die Apostel, indem sie dieWelt zu der durch Jesum geoffenbarten Religion bekehrten,immer zuerst auf ihn hinwiesen, als den von Gott Gesandten,den menschlicher Irrthümer und Sünden willen in die WeltGekommenen, für uns Gekreuzigten. Sie mußten aber noth-wendig auf ihn hinweisen, wer! sich auf das Ansehen Jesu allesAndere stützte, was sie zu lehren hatten. Wer einmal Glaubenan Jesum hatte, daß er der wahre Messias, Gottessohn, Mittler,Versöhner und Weltheiland sei, in welchem die Fülle der Gottheitwohnte, der nahm auch alle seine Offenbarungen und Lehrenan, und folgte seinen heiligen Vorschriften. So ward mit Rechtgesagt, der Glaube an Jesum sei die Grundlage aller Religion,ohne diesen Glauben kein Heil. Aber, wenn man nachherlehrte, daS bloße Glauben an Jesum mache schon selig, obne andie weiter» Folgen und Früchte des Glaubens z r drnk.n; wennman sich einbildete, das bloße Liebhaben Jesu sei genug, ohne