empfohlen hatte; von der andern Seite fürchteten sie sich, nachjüdischen Begriffen, durch Umgang mit heidnischen Götzendienernverunreinigt zu werden. Denn noch blieben sie treuliche Anhängerdes Gesetzes Mosis. Und wenn sie selbst über das Vorurtheilerhaben gewesen wären, batten sie zu befürchten, daß ihr An-sehen und Vertrauen bei den Juden auf immer verloren gehenmöchte, weirn sie sich mit Heiden gemein machten. Konnten sieauch ihr eigenes Vorur theil besiegen, nicht so leicht war der Haßund Ekel des gesammren Jsraeis gegen die Verehrer der Abgötterzu überwinden. Noch kam auch zu diesem Allem, daß nur imjüdischen Volk, uns bei keinem andern, ein Messias verheißen underwartet wo. vm war. Wie mochten sich auch Römer voer Griechenum den Messias der durch Aberglauben uns Leichtgläubigkeit übelberüchtigten Juden bekümmern? Oder wie konnte man den Heiden,zumal den Römern, den Herren Judaa's, sagen, daß ein Messiaserscheinen, das Volk Israels frei machen, und ein neues Reichauf Erden stiften würde? Denn mehr oder weniger herrschtedoch owse Vorstellung vom Wiederkommen Christi ins Fleischund von der Aufrichtung seines Reiches, in vielen damaligenGläubigen. Sie glaubten daö Ende der ganzen We.t nähr, dadoch Jesus nur den Untergang Jerusalems so nahe bezeichnethatte; und die Erscheinung von der Person des Messias und sirnHerrschen vom Thron nahe, da er doch nur die Herrschaft einesGeistes, den ewigen Triumph des Reiches Tortes angedeutet harte.
Also blieben die Heiden lange gänzlich von der Gemeinschaftmir Jesu ausgeschlossen. Selbst Petrus, der eifrigste Jünger,sträubte sich, mit ihnen zu thun zu haben. Man ersieh: dies ausseinem Traum der Entzückung, da ihm, während er hungerte,allerlei Speisen vom Himmel herab zum Genuß angcoctenwurden; Speisen, die nach dem Besitz Mosis als verunreinigendangesehen wurden. O nein, Herr, sprach P.trus, ich habe nochnie etwas Gemeines oder Unreines gegessen. Aber tief im Innernerklang ihm: Was Gott gerriniget hat, das mache du nichtgemein. (Ap. Gesch. 10, 15.)
Auch ward er nachmals, da er in Cäsancn, wo schon mehrereBrkenner Jesu lebten, den Hauptmann Cornelius, einen Heirrn,