meisten geachtet waren von ihnen die unmittelbaren Jünger Jesu,jene zwölf, welche den Herrn seit der Taufe immerdar begleitet,und seine eigenen Worte vernommen hatten. Denn sie mußtenals die reinsten Quellen der Christuslehre angesehen werden, dader Herr sie selber gebildet hatte, seine Werkzeuge und Boten zuwerden. Dennoch maßten sich die Apostel nie höhere Rechte undVorzüge an. Sie selber befahlen und entschieden in äußerlichenDingen der Gemeinde nichts, sondern ertheilten nur Rath, undüberließen der Gemeinde Wahl und Entscheidung. Ja, sie trugenlange die Mühwaitung, für alle Bedürfnisse zu sorgen, dieUnterstützung zu vertheilen, und zu Tische zu dienen.
Es war in jenen Tagen ein einziger Glaube, welcher dieBekennet verband, aber noch keine Kirche. Sowohl dieApostel, als die Uebrigcn, behielten, wie einst Christus, dieBeobachtung des mosaischen Gesetzes, der Feste, Opfer, Rei-nigungen, Fasten, und übrigen Gebräuche der Juden bei. Siewaren Jsraelüen, aber höherer Art, wie Christus Jesus höherwar, als Moses.
Die zahlreiche Vermehrung der Gläubigen in Jerusalemnöthigte jedoch bald, neue Einrichtungen zu treffen. Die Sorgeder Apostel um das Leibliche der Gemeinde hinderte sie oft, sichmit erforderlichem Fleiße ganz ihrem Lehramte zu widmen.Oder wollten sie diesem vollkommen angehören, geschahen Un-richtigkeiten und Versäumnisse in der täglichen Handreichung undBedienung der Glaubensgenossen. Wirklich erhob sich auch einMurren unter den griechischen Juden, die Jesum bekannten,gegen die hebräischen, welche zur Gemeinde gehörten, daß ihreWittwen in der täglichen Handreichung aus dem gemeinschaft-lichen Gut übersehen würden.
Dies bewog die zwölf Jünger, die Menge der Gläubigenzusammen zu berufen. Es taugt nicht, sprachen sie, daß. wirdas Wort Gottes unterlassen und zu Tische dienen. Darum,ihr lieben Blüver, sehet unter euch nach sieben Männern,die ein gutes Gerücht haben und voll heiligen Geistes undWahrheit sind, welche wir bestellen mögen zu dieser Nothdurft.Wir aber wollen anhalten am Gebet und am Amt des Wortes!