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Der Glaube und die Kirche.
1. Kor. 3, n- t3.
In getrennten Tempeln suchenChristen Christi Gnad' und Geist;
Aber gehen und verfluchen,
Wer nach andern Kirchen heißt.
Er, der Hirt, der Alle weidet,
Liebt uns Alle, so wie Gott.
Was die Kirch' auf Erden scheidet,
Das vereint der Glaub' in Gott.
Siehe, auch die Tempel wanken,
Und es ändert der Altar;
Und es ändern die Gedanken,
Und die Sitten immerdar.
Eins nur bleibt, das macht mich fröhlich,
Dies beglücket fort und fort:
Nur der Glaube machet selig,
Ewig bleibt nur Gottes Wort.
§8 ie könnte ich ermüden, die rührende Einfalt des ersten Christen-thums zu bewundern! Wie ist seitdem Alles anders geworden!.Nichts wußten jene frühesten Bekenner und Bekennerinnen desWelterlösers von den mannigfaltigen Lehrsätzen, in welchen sichheut zu Tage die Bekenner von einander absondern, und wegenwelcher sich dieselben wohl gar mit Unbarmherzigkeit verfolgen.Nur was Jesus gelehrt, und daß er von Gott, gesandt sei, dieSünder zu beseligen, das war ihre Lehre. Nichts wußten sie vonden mannigfaltigen Feierlichkeiten, Uebungen und pomphaftenGebräuchen, worin heut zu Tage so viele Christen die Hauptsacheihrer Gottesverehrung und Religion finden wollen. Nein, inDemuth, Liebe und Gebet wohnten sie einmüthig beisammen.Das Gedächtniß Jesu Christi beim Brodbrechen im Abendmahl zuerneuern, oder einen neuen Ankömmling durch die Taufe in dieZahl der Gläubigen einzuweihen: darauf allein beschränkten sieihre frommen Gebräuche. Sie kannten noch keinen Unterschieddes Ranges unter sich. Wer der Vornehmste unter ihnen seinwollte, mußte nach Jesu Vorschrift der Diener Aller sein. Am
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