Dinge der Welt richtig würdigen. Man führte sie zum Tode —man steinigte, man kreuzigte sie, stürzte sie von Klippen. Siegingen unerschrocken in den Tod. Es war ihnen süß, zu sterben.Jeder Edle achtet die Wahrheit seiner beseligenden Ueberzeugun-gen höher als das Leben. Es war ihnen süß, zu sterben, dennsie erfüllten gegen die Nachwelt eine heilige Schuld. Sie mußtendurch ihren Tod und durch ihre Standhastigkeit der Welt dieWahrheit der Jesuslehren verbürgen. Das ist wohl ein werth-loses Ding, für welches man nichts aufopfern mag! Der Todjedes dieser Blutzeugen für das Christenthum gewann tausendneue Bckenner desselben. Es war ihnen süß, zu sterben; siestarben für das Heiligste und Höchste hicnieden, um herrlichemim Ewigen zu sein.
Aber heute — wo finde ich die wunderbare Macht des Glau-bens? wo die Inbrunst der ersten Bekenner? wo den Helden-geist der uralten Christenheit? Ich lebe in christlichen Landen;wo-finde ich die Christen, die ich suche?
Sie mögen leben, wenn du sie auch nicht kennst. O siesind, und sind gewiß, wenn auch einzeln und zerstreut, ohneAufsehen und Geräusch. Zweifle nicht an ihrem Dasein, wenn-u sie auch nicht entdeckt hast. Was Jesus gelehrt hat, ist zugroß, zu schön, zu reich an unüberwindlicher Wahrheit, zureich an seligmachender Gewalt, als daß nicht Tausende davontief ergriffen und durchdrungen sein sollten. Sie wandeln imgroßen Haufen, ohne ihm anzugehören; sie üben dessen Uebungen,aber nicht dessen Sinn. Es gibt eine unsichtbare Kirche der Er-leuchteten, die, fern von spitzfindigen Lehrsätzen und menschlichenSatzungen, oder den dunkeln geheimnißsüchtigcn Bildern undGefühlen einbildungskranker Schwärmer, im Geiste des erstenChristenthums athmen; die im Lichte wohnen, das Jesus überdas Weltall anzündete; die in Gott leben, heiligwirkend; diekeinen Tod kennen, sondern nur das unzerrissene Sein derEwigkeit, in welchem das Spiel des Vergänglichen lehrreicherblickt wird.
O Gott! o Gott! Du Großer, Heiliger, Allerleuchtender,voll ewiger Huld! Ach, daß ich würde, wie dieser Einer! Daß