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7 (1837) Der Christ und die Ewigkeit
Entstehung
Seite
267
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der wird selig werden. Und an ihn glauben, heißt ihn überAlles lieben. Und ihn über Alles lieben, heißt seine Gebotehalten. Und dies ist das höchste Gebot Jesu: Ihr sollet voll-kommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist;und Gott selbst sollst du lieben über Alles, deinen Nächsten sosehr, als dich selbst! Wer in diesem Sinne handelt undwandelt, der lebt in Jesu, keineswegs aber, wer seine Ein-bildungskraft mit seltsamen Erwartungen füllt, oder mit wun-dervollen Geheimnissen erhitzt, oder gleichsam irdischerweiseJesum zu lieben sucht, wie man einen Menschen lieben kann.

Ich wohne in christlichen Landen: aber wo finde ich dieChristen, welche ich suche? Ich lebe in einer Kirche: wo istdie Gemeinschaft der Heiligen?

Darum wende ich meinen Blick zurück in die vergangenenWeltalter und über die Jahrhunderte hinweg zu jenen erstenchristlichen Gemeinden, die sich aus den Bekennern Jesu bil-deten, bald nachdem er von ihnen genommen war. Ich lese mitRührung in den Geschichten der Apostel ihre einfachen Ein-richtungen; wie die Menge der Gläubigen damals nur einHerz, nur eine Seele gewesen, auch selbst Keiner von seinenGütern sagte, daß sie sein Eigenthum wären, sondern es warihnen Alles gemein. (Apost. Gesch. 4, 32.)

Gern traten sie zusammen, gemeinschaftlich Gott zu ver-ehren. Denn wo entflammt die Andacht feuriger, als in derMitte vieler und gleichgestimmter Seelen? Hier war keine todteGewohnheitssache, sondern innerer Drang jedes Gemüthes, dieLehre Jesu zu erfahren, um darnach zu thun, und selig zuwerden. Hier tönten keine erlernten Gcbetsformeln nein,die Inbrunst des Herzens sprach laut. Hier klügelte man nichtüber Geheimnisse in der Gottheit, nicht über das Verhältnißdes Göttlichen und Menschlichen in Jesu; sondern einfältig undaufrichtig lehrte und glaubte man, was Jesus von sich selbstgesprochen, wie er gekommen sei, gesandt vom Vater, die Weltzu erleuchten, und Sünder durch Belehrung selig zu machen.Darum hatte er sich ja das Licht der Welt, darum den Weg desLebens geheißen; darum denen, die an seine Worte glaubten,