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7 (1837) Der Christ und die Ewigkeit
Entstehung
Seite
265
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Licht. Ihre Sache ist eifrige Gewohnheit, ein Mitmachen ohneeigenen Trieb; sie behandeln das Heilige, wie die gemeineUebung des niedrigen Lebens.

Sie singen und beten, aber ihre Gebete stammen nicht ausden Tiefen des andachtvollen Gemüths, sondern sind auswendig-gelernte Formeln, oder aus Büchern schlechtweg hergelesen. Dasheißt ihnen Gebet. Sie besuchen die Kirchen, nicht um ihreHerzen zu heiligen, und, erhoben durch göttliche Wahrheit, destostrenger auf ihre Fehler zu merken im bürgerlichen Leben. Nein,es geschieht des Anstandes, der guten herkömmlichen Sitte willen,oder weil sie glauben, dem Schöpfer des Himmels und der Erdeeinen schuldigen Dienst abzuthun. Sie empfangen die heiligenSakramente mit dem Leibe, nicht mit der Seele; doch hoffen sie,ihre Seele werde damit reiner dem Himmel angehören. Siehören die Predigt oft mit Andacht. Aber nicht die Macht derhimmlischen Wahrheit, sondern die Art und Weise des Vertrags,die Kunst des Redners auf der Kanzel beschäftigt sie; und darüberläßt sich dann wieder mir neugierigen Freunden reden. Sie haltenihre Kinder zum Christenthum streng und treu, zwingen sie zurKirche, zum Erlernen der Gebete, der Feierlichkeiten, der Glau^bensbekenntnisse: Alles für das Gedächtniß, als wenn Jesus indie Welt gekommen wäre, nur das Gedächtniß der Menschen zubereichern, nicht das Herz zu veredeln und zu erwärmen. Dannwerden die Kinder, wie die Väter und Mütter, Gewohnheit-christen ohne Herz. Ach, wohl ohne Herz! Sie lesen freilichwohl fromme Schriften zu eigener Erbauung, oft nicht ohneRührung. Sie lesen sie aber, wie die Geschichten, und Geistes-spiele ihrer Dichter, welche vergessen werden, wenn sie weggelegtsind, und die man lobte wegen der Schönheit ihrer. Gedanken,wegen der Kraft ihres Ausdruckes, ohne daß man daran denkt,Leben und Thun darnach zu ändern und zu bilden. Man betet,und lebt sittenlos; man beobachtet den äußern Anstand, und sün-digt heimlich; man hütet sich, gegen die bürgerlichen Gesetze einVergehen zu üben, welches mancherlei Strafen nach sich ziehenkonnte; aber Kciner scheut sich, das Böse zu thun, was keinGesetz der Obrigkeit eigentlich verhindern kann. Man lästert,VIL 12