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prüfen kann, sondern es im Vertrauen auf größere EinsichtenLerer annehmen muß, von welchen es zu seinem Besten unter-richtet ward: so ist die Zuversicht auf Jesum und die Liebe zuChristo die Grundlage und der Anfang unserer ganzen Besserungund Glückseligkeit durch ihn.
Wir können uns daraus erklären, warum in den ersten Zeitendes Christenthums die Lehre von der Person Jesu immer als dieerste und wichtigste angesehen wurde, während der Heiland, solange er lebte und lehrte, weit weniger von sich sprach, alsvielmehr von Gott, von der Ewigkeit, von den Verhältnissendes Menschen zum himmlischen Vater, und von den heiligenPflichten des Sterblichen gegen Gott, den Nächsten und sichselbst. Wir können uns ferner daraus erklären, warum fast inallen noch vorhandenen Briefen der Apostel immer zuerst einTheil der Glaubenssachen verhandelt worden ist, und dann erstdie Auseinandersetzung der Lehre Jesu selbst von dem, was zueinem heiligen Leben gehört. Denn erst muß der leiseste Zweifelgegen Wahrheit und Ansehen des Lehrers vernichtet sein, damitsein Wille desto größere Zuversicht im Herzen finde. So gehorchenUnterthanen ihrer Obrigkeit desto freudiger, je tiefer dieselbenvon der väterlichen Liebe, von der Einsicht und Stärke der Obernüberzeugt sind.
Doch zugleich könnm wir auS dieser in den ersten Zeitennothwendigen Eigenheit des religiösen Unterrichts auch erkennen,warum nachmals, da das Christenthum schon sehr verbreitetwar, noch immer von der Person Christi, von seiner göttlichenund menschlichen Natur, von seinem Verhältnisse zum himm-lischen Vater und andern solchen Dingen, mehr gesprochen undgestritten ward, als von stiller Lehre selbst. Denn weil anfangszur Bekehrung der Juden und Heiden die Lehre Jesu erstauf die Lehre von Christo folgen mußte, sah man diese alsdas Allerwichtiaste an. Darüber sprach Jeder; Jeder mit neuenVorstellungen, Abänderungen und Zusätzen. So entstand nachherein zu den Zeiten der ersten Christen unbekannt gewesener weit-läufiger Lehrbegriff von dem, was man glauben und nicht glaubenmüsse. So entstanden verschiedene Meinungen und Parteien,