tzie sich einander befeindeten und verfolgten. Jeder Theil glaubteDen wahren Glauben zu haben, verdammte den andern. Unvin den unseligen Grübeleien über die Person des Welterlöftrsward der wahre Zweck seiner Sendung selbst vergessen; über dasBrüten über Geheimnisse göttlicher, dem Menschen unbegreiflicherDinge wurden die ewigen begreiflichen Heilswahrhetten Jesuvernachlässigt. So ging die Lehre Jesu zuletzt im Streit überSie Person Jesu fast ganz verloren. Die Leute wähnten schonbloß durch ihre Glaubensart selig und funkenlos zu werden,LNd bekümmerten sich wenig um die Früchte des Glaubens, dieguten Werke, an denen erkannt werden soll, ob wir die wahrenJünger Jesu sind. Ja, im Namen Jesu, der ihnen die Li.be. Les Nächsten zum höchsten aller seiner Gesetze gemacht hatte,verfolgten sie sich wegen abweichender Meinungen mit Dolchenund Scheiterhaufen. Das war wieder das alte mörderischeHeidenthum, die blinde Macht der Leidenschaften, wogegen derHeiland vergebens gekämpft hatte. Das war nie der Wille desHerrn, nie der Sinn der ersten Jünger Jesu gewesen. ChristumLieb haben und seine Tugendgcbote halten, sprachen sie, das istbesser, denn alles Wissen, alles Grübeln, alles Schulgelehrtsein.
Jene traurigen Verirrungen und die traurigen VorstellungenÄvm wahren Christum dauern leider noch häufig, deß sind wirZeugen, bis zum heutigen Tage fort; und man eifert viel mehrgegen abweichende Meinungen über göttliche Geheimnisse, alsgegen einen von göttlichen Vorschriften abweichenden Lebens-wandel. Das ist das neue Heidcnthum der Welt, daß man inäußerliche Dinge, in Kirckengebräuche und menschliche Lehrenwehr Werth setzt, als in Heiligung des Gemüths durch JesuLehre und thatenvollcs Beispiel.
Und obwohl noch heutiges Tages der Glaube an Jesum, daßrr der hochgelebte, der auserwählte Gottessohn, der Stifter undFürst eines unsichtbaren Himmelreiches sei, daß in ihm die Fülleder Gottheit wohne, wichtig zu lehren ist, und Lei denen, diezum Christenthum eingeweiht werden sollen, aller andern Lehrevorausgehen muß : so ist dies doch nicht die Haup summe desChristenthums, sondern nur ihr erster Theil; der andere, der