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Gesetzgebung gemacht hatte (denn er redete ja nur zu den Juden,und mußte sich auf diese Weise sowohl Verständlichkeit als Zu-trauen erwerben), behielten auch sie tiefe Ehrfurcht für Mosenund die Propheten und den ganzen mosaischen Gottesdienst bei.Die Jünger Jesu waren und blieben Juden, wie sie es zuvorgewesen; beobachteten die Vorschriften des jüdischen Gesetzes;besuchten die Synagogen, und beteten im jüdischen Tempel.Aber sie waren erleuchteter, weiser, göttlicher. Sie wußten,was die Juden nicht wissen und annehmen wollten, daß Jesusder Christus, der erwartete Messias sei; daß kein Anderer als erzu erwarten war. Aber doch, aus Ehrfurcht für die Propheten,oder vielmehr für die gemeine Auslegung, konnten sie sich immernoch nicht ganz von dem Glauben trennen, daß Christus dereinstwiederkommen werde in göttlicher Herrlichkeit, um Israelsirdischer König und Herr der Welt zu werden. Hatte dochJesus selber immer auf ein Reich der Himmel hingedeutet, aufsein herrlicheres Wiedererscheinen. Sie bezogen es nicht auf seingeistiges Wiedererscheinen im heiligen Wandel der Menschheit,in den Triumphen des Christenthums über mosaischen Opferdienstund heidnische Götzenverehrung, sondern auf ein wunderbares,himmlisch-irdisches Kommen in den Wolken des Himmels.
Freudig kehrten sie vom Oelberg nach Jerusalem zurück.Er hatte sie gesegnet. Er hatte ihnen einen Tröster, die Fülle ^heiligen Geistes verheißen. In froher, stiller Erwartung desselb-enwar Betrachtung, Gebet und Flehen ihr Geschäft. So bereiteteman sich würdig zum Empfang des heiligen Geistes vor.
Aller, die sich nach Jesu Verschwindung von der Erde zuihm bekannten, waren kaum mehr als hundert und zwanzigPersonen. Die Schaar war klein, aber groß genug, das großeWerk zu vollbringen, welches Jesus ihnen aufgegeben, da ersprach: Gehet hin in alle Welt, und lehret alle Völker!
Am eifrigsten unter sämmtlichen Jüngern und Jüngerinnendes Messias bewies sich Petrus. Jesus hatte ihn einst den Felsgenannt, auf welchen seine Gemeinde oder Kirche gebaut werdensollte. Und der Jünger zeigte sich gleich in den ersten Tagen nachder Himmelfahrt Christi des schönen Beinamens würdig.