Kurz vor der ersten Trennung, da die Stunden seinesLebens und Sterbens nahe waren, behandelte er seine nachihm zurückbleibenden Geliebten, wie ein Vater seine Kinder,die dessen Sterbebette umringen und nicht ahnen, daß ste ihnverlieren sollen. Er schien mehr um ihre künftigen irdischenVerhältnisse bekümmert, und daß sein Andenken bei ihnen nichterlösche. Er gab ihnen das feierliche Gebot, sich seiner, wenner nun nicht mehr bei ihnen sein würde, täglich zu erinnern.Er machte das Abendmahl zu seinem Gedächtnißmahl. Er gabihnen das feierliche Gebot, sich treu und fest zu lieben. Diesestandhafte Liebe zu einander, sagte er, solle das unzweifelhafteMerkmal werden, daß sie seine Jünger wären. Kein Vorzug,kein Ehrgeiz solle sie trennen. Einer müsse des Andern Dienersein. Er wusch ihnen die Füße, um ihnen zu zeigen, daß erselbst, obgleich er ihr Herr und Meister wäre, sie wie Seines-gleichen liebe. So sollten sie sein. Einigkeit und Freundschaftunter sich, und treue Liebe aller zu ihm, das war die letzte all-gemeine Anordnung, die er gab. Dann ging er den Gangzum Tode. Am Kreuze äußerte er endlich noch den letztenWillen in Betreff seiner hilflosen Mutter. Er befahl demsanften Johannes, sie hinfort wie seine eigene Mutter zu be-handeln. Auch wird gesagt, daß der Jünger das Wort Jesugehorsam und freudig erfüllt, dje Mutter des Herrn zu sich ge-nommen und mit sich nach der Stadt Ephesus geführt habe, wosie in einem hohen Alter gestorben sein solle.
Wie Christus vor seinem Tode gewissermaßen nur irdischeauf die Lebensweise seiner Jünger Bezug habende Einrichtungentraf: so beschäftigte er sich nach seiner Auferstehung nur mit denAnordnungen himmlischer Dinge. Er bereitete seine Schülerauf das große LebenSgeschäft vor, dem er sie geweiht hatte,das Gottesreich durch die Predigt des Evangeliums zu ver-breiten. Eine besondere Hoffnung schien er auf die Thätigkeitund auf den lebhaften und unternehmenden Geist seines JüngersPetrus zu setzen, und er wollte dessen Gemüth, das so leichtvon äußern Umständen geleitet ward, durch feierliche Zusagenbinden. Denn er behandelte ihn mit einer auffallenden Aus-