Druckschrift 
7 (1837) Der Christ und die Ewigkeit
Entstehung
Seite
223
Einzelbild herunterladen
 

223

zeichnung, als er am Meere TiberiaS zu sieben seiner Schülerkam und mit ihnen speisete.

Simon Johanna, hast du mich lieb?" fragte er ihmPetrus antwortete: Ja, Herr, Du weißt, daß ich Dich liebhabe. Darum versetzte Jesus:Wohlan, so weide meineLämmer." Dreimal richtete der Messias die gleiche Frage,ernst und fast zweifelnd, an ihn. Petrus ward zuletzt traurig.Herr, Du weißt alle Dinge, Du weißt, daß ich Dich lieb habe!"rief Petrus.So weide meine Schafe!" sagte Christus.Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, da du jünger warst, gür-tetest du dich selbst, und wandeltest, wohin du wolltest. Wenndu aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und einAnderer wird dich gürten und führen, wohin du nicht willst."In der Lebensbeschreibung Jesu fügt der Jünger Johannes zurErklärung dieser dunkeln Worte hinzu: das sagte er aber, zudeuten, mit welchem Tode Petrus Gott preisen würde. (Joh.21, 19.) Inzwischen ist die Todesart des Apostels in späternZeiten ungewiß geblieben. Nur Sagen sind davon aufbehalten,wie er zu Rom gekreuzigt worden sei.

Nachdem Jesus jene Worte zu ihm gesprochen, befahl erdemselben, ihm nachzufolgen. Petrus gehorchte, wandte sich«ber und sah auf Johannes, den sanften Freund Jesu, derebenfalls folgen wollte. Herr, was soll aber dieser? fragtePetrus. Christus cntgegnete:So ich will, daß er bleibe,bis ich komme, was geht das dich an? Folge du mir nach."

Es scheint, die ersten Bckenner Jesu haben nachmals, viel-leicht nach Petri Tode, diese Worte in einem geheimnißvollernSinn genommen und auf die Todesart beider Jünger bezogen.Es scheint, sie haben geglaubt, gleichwie Petrus seinem gött-lichen Vorgänger im Kreuzestod gefolgt sei (eine bei der Römerngewöhnliche Hinrichtungsart), so werde Johannes hingegennicht sterben, bis Jesus Messias käme, das irdische Reich seinerHerrlichkeit aufzurichten; eine Meinung, deren Irrigkeit aberJohannes selbst verwarf. (Joh. 21,23.)

Man bemerkt inzwischen nirgends, daß der Heiland einemoder dem andern seiner Jünger einen wirklichen Vorzug vor