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haltenden Gebrauch zur Gewohnheit geworden sind: man drängesie eben so standhaft mit dem Gedanken zurück, daß eine Vor-stellung darum noch nicht wahr und richtig sei, weil sie inuns gleichsam fest geworden ist, und bei jeder Gelegenheit wiederkommt. Vielmehr ist sie, weil sie die allzuvorherrschende seinwill, die wirkliche Feindin der wahren Erkenntniß, indem sieuns verwirrt, widerspruchvoll, und im Urtheil einseitig macht.Nur das ist wahr für uns, was im Einklang mit allen übrigenBegriffen steht, die wir haben; das ist glaubhaft, wodurchunser Inneres mit dem ganzen äußern All harmonisch wird.Widerspruch und Zweifel sind keine Wahrheit; ihre Aeußerungensind keine Ueberzeugungen. Der Zweifler hat weniger als dasKind in seinem stillen Glauben. Er muß wieder glauben lernen,wie ein Kind, und aus dem Nichts, wohin sein Zweifeln führt,die Mangelhaftigkeit seiner GemüchskrLfte und oie Falschheitseiner Ansichten erkennen.
Auch Thomas der Jünger zweifelte. Aber wahrlich er warnur Zweifler aus Freude, Zweifler aus Furcht vor den neuenSchmerzen einer möglichen Trennung. Man nennt ihn unteruns sprichwörtlich den Ungläubigen; doch mit Unrecht, er warnur ein Schwergläubiger. Er war, so weit er auch sein Nicht-glauben des Auferstandenen trieb, sehr zu entschuldigen. Dastand er mit verwundetem Herzen, abgerissen von seinem Heiland,den er über Alles liebte, und wie eine Waise ohne den Vater.Und so hörte er das Unerhörteste. Da stand er, noch in schmerz-hafter Wahrnehmung seiner schönen, nun vernichteten Selbst-täuschung von einem durch den Messias zu errichtenden Himmel-reich auf Erden;-er sah ein, sein I sus war nicht derjenigeMessias gewesen, den er erwartet hatte; er war Zeuge ge-wesen, wie der, welcher von Gott gekommen, und welchemHimmel und Erde gehorchen sollte, von einem verächtlichenHaufen gemeiner Kriegsknechte, Verbrechern gleich, zu Gerichtund Tod geschleppt worden; und nun, nachdem er durch eineunwisersprechliche, allgemein bestätigte offene Thatsache dieUeberzeugung empsangen, Jesus sei nicht der Messias, welcherIsraels irdischer König und der Sohn und Stellvertreter Je-