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7 (1837) Der Christ und die Ewigkeit
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was wir mit eigenen Augen unv Ohren vernommen, so würdenwir auf den Gebrauch unserer meisten Einsichten Verzicht thunmüssen. Wir würden in eine kindische Unwissenheit zurücktretenmüssen, da wir die Erfahrungen der Menschen, die seit Jahr-tausenden vor uns da waren, nicht gleichsam zu unsern Er-fahrungen machen wollen.

Wie gelehrt und einsichtsvoll auch ein Sterblicher sei: erhat weder Kenntniß genug, noch Länge des Lebens genug, Allesselber nach seinem wahren Werth zu würdigen. Er muß sich aufKenntniß und Einsicht Anderer bei vielen Dingen, die sie besserzu durchforschen Gelegenheit, Bcrufund Anlagen hatten, gänzlichverlassen, so wie er seinerseits von Andern mit Recht forderndarf, daß sie sich auf das verlassen, was er über Gegenständeaussagt, die er besser kennt, als sie. So gelangen wir, alsKinder und als Erwachsene, durch gegenseitiges Belehren,auf dem Wege deS Glaubens zu einem Reichthum von Wahr»heitskenntnissen. Darum ist Glaube der allererste Weg zurWahrheit.

Jedoch, wie überall, soll man auch auf diesem Wege mitVorsicht wandeln. Vorsichtig im Glauben sein, bewahrt vorden Verirrungen der Leichtgläubigkeit. Man soll Nichts leichtglauben. Damit ist nicht gesagt, daß wir Dinge, die wirvernehmen, so lange als unglaubwürdig verwerfen, bis wir siein allen ihren Verhältnissen ergründet haben wer konnte dasimmer! sondern wir sollen darauf zuerst achten, ob der,welcher uns etwas als Wahrheit gibt, Glauben verdient; ober die Person ist, welche allerdings das gründlich kennt, waser meldet, oder ob es ihm auch Ernst mit der Wahrheit selbstsei; ob ihn nicht Nebenabsichten und Leidenschaften zu einerTäuschung reizen. Wir sind von den Gefahren der Leicht-gläubigkeit sowohl in religiösen als weltlichen Sachen schon sehrgeborgen, wenn wir auf die Quelle mit prüfendem Blick achten,aus welcher uns eine Nachricht oder neue Kenntniß fließt.Dürfen wir keinen Zweifel gegen Reinheit und Güte der Quellenhegen, so sind wir befugt, was wir von daher empfangen, aufTreu und Glauben anzunehmen, zumal wenn es nichts ist, was