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7 (1837) Der Christ und die Ewigkeit
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oder werdet von einer Person, die ihm ähnlich scheint, getäuscht.Es sei denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmaale, undlege meine Hand in seine vom Speer durchbohrte Seite, willich es nicht glauben!

Diese beharrliche Ungläubigkeit des Jüngers gegen» die Aus-sagen aller seiner Freunde, deren Redlichkeit und Wahrheits-liebe ihm kein Geheimniß war, und die Alle Jesum aufsGenaueste gekannt hatten, so daß sie nicht durch irgend einBlendwerk getäuscht werden konnten, mußte ihnen auffallendund vielleicht kränkend sein. Auch die vorsichtige Wahrheitsliebehat ihre Grenzen, um nicht in grundlose, eigensinnige Zweifel-sucht zu gerathen, die eben so nachteilig und fehlerhaft ist, alsLeichtgläubigkeit es von der andern Seite sein mag. Es kannnicht anders sein, als daß wir auch den Worten rechtschaffenerund sachkundiger Personen in vielen Dingen, die wir nicht selbsterfahren und gesehen haben, Glauben beimeffen müssen, wennwir nicht über das Alltäglichste im Leben in Ungewißheit ver-sinken wollen.

Es ist allerdings richtig, wenn man sagt, auf dem Weg desZweifelns gelangt man am sichersten zur Wahrheit. Aber es isteben so gewiß, daß der Weg des verständigen Glaubens der ersteWeg zur Wahrheit sei. Der erste Weg! Er ist der Weg dergesammten Menschheit. Kinder gelangen nur durch stillenGlauben an das Wort ihrer Aeltern und Erzieher zur Einsichtund Erkenntniß. Kinder können noch nicht selbst forschen undPrüfen. Sie müssen sich darauf verlassen, daß erwachsene, er-fahrene, redliche Personen das Wahre kennen. Wir waren alle-sammt Kinder. Den größten Theil dessen, was wir von derWelt wissen, die uns umgibt, und von der Vorwelt, die nichtmehr ist, haben wir auf Glauben angenommen. Ja, als wiraufhörten, Kinder zu sein, und nun selbst das Wahre undFalsche, das Gründliche und Ungründliche zu unterscheidenwußten, hörten wir keinen Augenblick auf, Vieles und weitmehr auf das Wort anderer Leute hin für wahr anzunehmen,als wir selbst zu untersuchen Gelegenheit und Zeit hatten. Dennwenn wir nichts für wirklich und wahrhaft halten wollten, als