Jahrtausenden schon in allen Winden verweht, in allen Elementenaufgelöset ist, wieder aus demselben Grab emporsteigen, woriner vor Jahrtausenden gelegt ward, und längst nicht mehr ist! —Daher sprach Jesus auch selten anders als bildlich vom Auferstehenaus dem Grabe, vielmehr nannte er es die AuferstehungvondenTodten, das heißt, das Nichtbleiben im Todten desIrdischen. Er nannte es geradezu Unsterblichkeit. DieKinder dieser Welt, sagte er, freien und lassen sich freien.Welche aber würdig sein werden, jene Welt zu erlangen, dasist die Auferstehung von den Todten, die werden weder freiennoch sich freien lassen (oder sie haben nichts Körperlich-Irdischesmehr an sich). Denn sie können hinfort nicht sterben,denn sie sind den Engeln gleich (also nicht sterblichenMenschengestalten) und Gottes Kinder, dieweil sie Kinder sindder Auferstehung.
Vollkommen in diesem reinern und edlern Sinn erklärteauch Paulus, der geistreiche Apostel, die Auferstehung. Ernimmt Tod und Nichtaufcrftehen, und UnsterblichkeitundAuferstehungfür gleichbedeutend. Er drückt sich bestimmtund fest gegen allen Mißverstand dessen aus, was man noch jetztim gemeinen Leben wohl Auferstehung zu heißen pflegt. Möchteaber Jemand fragen, schreibt er (Kor. 15, 35 — 50): Wiewerden die Todten auferstehen? und mit welcherlei Leib werdensie kommen? Du Narr, was du säest, wird nicht lebendig, essterbe denn. Und was du säest, ist ja nicht der Leib, derwerden soll; sondern ein bloßes Korn, nämlich Waizen oderder andern eins. Gott aber gibt ihm einen Leib, wie er will,und einem jeglichen der Samenkörttlein seinen eigenen Leib.
Es ist ein liebliches Gleichniß, welches Paulus gibt, umseine Vorstellung von der Auferstehung oder der Fortdauer nachdem Tode zu bezeichnen. Er vergleicht den Todten mit einerSaat, die in die Erde geworfen wird. Das Saatkörnlein ist'snicht, das wieder hervorsteigen und werden soll, sondern etwasAnderes. Der Same vermodert im Boden und wird Erde.Gleichermaßen auch. der menschliche Leichnam. Der Same er-steht nicht wieder; eben so wenig der verwesete, begrabene