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herauszureißen, das mit Rührung und Erstaunen Zeuge seinerwohlthätigen Wunder war, oder seine Ermahnungen zur Liebe,zur Gottesfurcht und Heiligkeit hörte. Es war nothwendig,seinen nächtlichen Aufenthalt auszuspähen. Den konnte Niemandbesser wissen, als einer seiner Jünger. Man wandte sich des-wegen an Judas. Eine Schmeichelei, eine Belohnung mit Goldgewann ihnen den Beistand dieses Elenden. Gold und Schmei-chelei, was ist gemeinen Seelen nicht feil dafür? Wie mancheUnschuld ist dafür nicht in der Welt schoss verkauft worden!Sehr wahrscheinlich hatte man den feilen Jünger nicht einmalin daS Geheimniß des Mörderplanes eingeweiht; ihm vielleichtwohl gar gesagt, diese geheime Verhaftung sei zum Besten Jesu;man wolle ihn vor größern Nachstellungen in Sicherheit setzen.Von Anklage, von Gerichten, von Verurtheilung sei durchauskeine Rede. So ließ sich Judas von betrügerischen Vorspiegelun-gen verführen. Er glaubte gern, was man sagte; sein Geiz machteihn leichtgläubig, wie das die Wirkung jeder Leidenschaft ist. Ernahm das Geld, und stellte sich an die Spitze der Kciegsknechte,denen sowohl der Aufenthalt als die Person Jesu Christi un-bekannt war.
Daß Judas nie geglaubt hatte, es sei auf das Leben seinesMeisters abgesehen, erhellt daraus, daß er in schreckliche Ver-zweiflung gerieth, als er diese Folgen seines Schrittes erblickte.Es gereute ihn, den Aufenthalt Jesu blutdürstigen Feinden ver-rathen zu haben; er lief hin, brachte Hohenpriestern und Ael-testen das Geld wieder, und schrie: Er ist unschuldig! Ich habeübel gethan, daß ich unschuldig Blut verrathen habe. Sie abererwiederten vornehm kalt: was geht uns das an? Sie wiesenihn als ein benutztes, jetzt entbehrlich gewordenes Werkzeug ab,und er — da er Alles verloren, sich betrogen sah auf fürchterlicheWeise, sich gemißbraucht sah zum Untergang und Tode des zärt-lichsten seiner Freunde, zum Tode seines Lehrers, seines Vaters, —>er konnte das Schreckliche nicht ertragen. Im Schmerz undWahnsinn lief er hin, und gab sich selber den Tod.
Man schildert den unglückseligen Judas gewöhnlich als denverruchtesten der Menschen. Aber die heilige Schrift selbst spricht