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nung zu sein, als Pharisäer und Sadducäer. Er ließ dasHeilige unangetastet, aber nicht das, was der Priester Vortheilwar. Er war ein Feind der Priester, folglich ein Feind desAltars, folglich ein Feind Jehova's. So urtheilten sie. Sofanden sie ihn des Todes würdig. Ehrgeiz, Heuchelei, Meinungssstolz und Eigennutz traten in Verschwörung gegen die Majestätder Tugend, der Wahrheit und Gemeinnützigkeit.
Aber doch wagten sie keinen öffentlichen Schritt gegen ihn;denn es war kein Ankläger wider ihn vorhanden. Den Scheinder Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit wollte man doch behaupten.Denn wenn die Großen jemals anfangen würden, auch denSchein des Rechts eben so entbehrlich zu finden, wie das Rechtselbst: so wären sie es, welche den Völkern Beispiel gäben undAufmunterung, wider sie selbst offenes Unrecht zu begehen.Darum beriethen sich Hohepriester, Schriftgelehrte und Aeltestedes Volks, erst falsche Ankläger und Zeugen aufzutreiben, dannden Verhaßten durch List in ihre Gewalt zu bekommen. Siegingen schüchtern zu Werk. Nicht seine Unschuld schreckte sie: osie hätten derselben öffentlich gehöhnt. Nicht ihr böses Gewissenmachte sie beben. Fragt doch den Mann von Welt, der nichtsals seinen Nutzen und seine Ehre kennt, was Gewissen sei. —Nein, sie waren des Volkes wegen besorgt, das auf Jesum vielzu halten schien. „Ja nicht auf das Fest," sprachen Einige,„ auf daß nicht ein Aufruhr werde im Volk!"
Falsche Zeugen waren bald gefunden und unterrichtet. DieNiederträchtigen finden überall leicht Ihresgleichen. Wer selbstschlecht ist, weiß die Schwächen und Leidenschaften Anderer amfeinsten aufzuspüren und zu seinen Absichten zu benutzen. Daherkommt es, daß ein Bösewicht, oft für die verderblichste Sache,glücklicher fortschreitet und größer» Anhang findet, als der Rcdrluchste, der da glaubt, seine gute Sache werde für sich selber reden»
Nachdem Alles bereitet war, Ankläger, Zeugen, Richterbereit standen, den. göttlichen Menschenfreund aufzuopfern,fehlte er sechst noch. Wo ihn finden, der keine bleibende Stättehatte, und oft nicht hatte, wohin er fein Haupt legen konnte?Am Tage war es nicht ralhsam, ihn aus der Mitte eines Volks