145
Zorn des Himmels, oder das Wohlsein auf Erden zur Grund-lage der sittlichen Ordnung machen wollte. Was hatte dasEwige mit dem Vergänglichen gemein? Wie konnte das Gött-liche und Thierische Eins werden?
Jesus Messias sah daher die ungeheuern Gährungen mitBestimmtheit voraus, welche sein Wort, das er vom Himmlischenbrachte, im Irdischen erzeugen müsse. Er sprach davon öfterszu seinen Jüngern. Sie selbst schon bereitete er auf den großenKampf vor, den sie zu bestehen haben würden. Ihr sollt nichtwähnen, sagte er, daß ich gekommen sei, Frieden zu senden aufErden. Ich bin nicht gekommen Frieden zu senden, sondern dasSchwert. Ich bin gekommen den Menschen zu erregen widerseinen Vater, und die Tochter wider ihre Mutter, und die Schnurwider ihre Schwiegen Und des Menschen Feinde werden seineeigenen Hausgenossen sein. (Matth. 10, 34.) Buchstäblich ward,was er sagte, erfüllt. Aber die grausamsten Verfolgungen desChristenthums, wurden nur Verbreiterinnen desselben. Sotragen die fürchterlichsten Stürme auf ihren Flügeln den Samennützlicher Pflanzen in unwirthbare Einöden, und verwandelndieselben in grüne Auen.
Wir wissen aus den Geschichten der Vergangenheit, welcheKriege und Zerstörungen um des christlichen Glaubens willengeschahen. Wir wissen, wie oft Bruder gegen Bruder, Volkgegen Volk deshalb mit Flamme und Eisen gewüthet. Selbstdie Jünger des Messias, welche seine Weissagung anhörten,erlebten deren Jnerfüllunggehen nicht. Allein er verkündeteihnen ebenfalls ihr Loos. Es traf nur zu früh, nur zu schrecklichein. Die Menschen werden euch verstoßen und verachten, sagteer. Sie werden euch überantworten vor ihre Rathhäuserund werden euch geißeln in ihren Schulen. Und man wirdeuch vor Fürsten und Könige führen um meinetwillen; zumZeugniß über sie und über die Heiden. (Matth. 10, 17.) Siewerden euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß,wer euch tödtet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran.(Joh. 16, 2.)
Vllt.
7