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Nation zum öffentlichen Gespräch ward, und die Augen allerWelt auf ihn richtete, und nach Menschenaltern noch im An-gedenken stand. Hätte er sich niemals so gezeigt: was wurdedie Welt vom Muth der Tugend geurthcilt haben, die er ge-predigt hatte? Wie leicht wäre es in spätern Zeitaltern demfeindseligen Zweifel geworden, sogar die Frage auszuwerfen:ob überhaupt nur ein Jesus Messias gelebt hätte; ob seinwundervolles Dasein nicht vielleicht nur Erdichtung derer ge-wesen, die eine neue Religion hätten stiften wollen.
Er that den letzten Schritt. Er mußte ihn thun, und sichohne Furcht als den längst verheißenen Messias vor der Nationchxkennen, damit ihr keine Erwartung eines andern bliebe, der«och kommen solle. Denn ihn selbst, da er in so anspruchloserBescheidenheit bald unter Juden, bald unter den verachtetenGaliläern, sogar bei den Samaritern, wandelte, hielt manschon nicht mehr für den eigentlichen Messias. Höchstens galter noch für einen frommen Lehrer. Man hieß ihn etwa denPropheten von Nazareth aus Galiläa. (Matth. 21,11.) Dassollte nicht sein. Er war gekommen, das ganze mosaische GesetzAnd die ganze Reihe der Weissagungen des Alterthums in seinemDasein zu erfüllen. Er war gekommen, dem ganzen Volk alsHer Christus zu gelten; als der Mittler zwischen Gottheit undMenschheit; als der Urheber eines neuen Bundes. Wäre ernicht so dem Volke erschienen: so würde dieses ihn, auch nachseinem Tode, nur höchstens als den galiläischen Propheten ge-schätzt haben, aber seine messianische Würde wäre Allen rer-HLchtig oder unglaubhaft geblieben.
Er that den letzten Schritt; er durfte ihn nicht unterlassen.Er mußte seinen Feinden furchtlos unter die Augen treten. ErMußte sie vor allem Volk in ihrer Scheinheiiigkeit entlarven.Er mußte das Verderbniß der mosaischen Religion, die Ent-weihung des Tempels, die Nothwendigkeit einer allgemeinenVerbesserung, laut machen. Christus und Moses konnten nichtmeben einander bestehen. Das Reich des mosaischen Gesetzes warDem Ende nahe; das Reich des Messias sollte beginnen, inwelchem die Reinigung des Herzens an die Stelle äußerlicher