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14.
Der Einzug Jesu in Jerusalem.
Matth. 2l> t — iz.
Nein, nie will ich dem Lob vertrau'»,
Das feile Schmeichler lügen;
Nein, nie auf Mcnschenworte bau'n,
. Die in der Luft verfliegen.
Wie schwach, wie thöricht müßt' ich sei»,
Bei Menschen Nuhm zu suchen!
Die heut' ihr Hosianna schrei'».
Und morgen uns verfluchen!
Still wandeln will ich meine Bahn,
Zm Guten nie ermüden;
Sieht Gott mein Thun nur gnädig an,
So hab' ich Himmelsfricdcn.
Ungefähr drei Jahre lang hatte Christus seine Lehre verkündigt,als er der beruhigenden Ueberzeugung voll war, sie könne niewieder aus dem Gemüth der Sterblichen vertilgt werden. Nichtsblieb ihm übrig, als den letzten, Alles vollendenden Schritt zuthun für die Wclterlösung. Und dieser letzte Schritt war derGang nach Jerusalem, dort öffentlich auszusprechen vor allemVolk, was er bisher in den entfernter« Gegenden, mit Ver-meidung alles Geräusches, gepredigt hatte. Dieser letzte Schrittwar der Schritt zum Tode, welchen er mit unzweifelhafter Ge-wißheit von den Händen seiner unversöhnbarrn Feinde erwartenmußte. Und er nahm den großen Entschluß. Voll des Gött-lichen , war ihm das irdische Leben nur ein Spiel.
Er that den letzten Schritt. So wichtig es ihm bisher ge-wesen sein mußte, fein Wort in verborgener Stille ungehindertauszubreiten: eben so wichtig war es endlich, sich selber einmalöffentlich dazu zu bekennen; sich öffentlich zu zeigen vor derganzen Nation, deren ein großer Theil aus allen Landesgegen-den zum Opferfest in Jerusalem versammelt zu sein pflegte.Man hatte zwar viel von ihm gesprochen; aber nur hier undda und einzeln. Man hatte gesprochen und vergessen. Es mußteein großer, bleibender Eindruck geschehen, der in der ganzen