Waschungen, und das Sichgottweihcn an die Stelle der Opfertrat. Der Anfang zu der großen Umwälzung der Dinge mußteeinmal mit der öffentlichen That gemacht werden. Wer sollteihn machen, wenn der Messias selbst ihn nicht unternvmmmhätte?
So mußte er den großen Schritt thun, um seinen Jüngern,um allen seinen künftigen Bekennern in feierlicher Thatsache zubeurkunden, was sein Wille sei; um ihnen einen Heldenmutheinzuflößen durch sein Beispiel, zu welchem er bisher durch dieWorte oft genug begeistert hatte; einen Heldenmuth, welcher,Gott vertrauend, den Tod für das Göttliche und die Wahrheitnicht scheute. Jesüs mußte den Welrerlösertod sterben, ohnewelchen sein Evangelium keinen Glanz empfangen, sein Lebenkeine Bcsrligung für uns sein konnte. Erst in seinem Blute, daser vergoß, erwuchs seiner Lehre die heilige Kraft für jedes Herz,darum ward mit Recht gesagt, sein Blut reinige uns vonSünden, und erwerbe uns Vergebung derselben, insofern wirBuße thun, das heißt den thierischen Erdsinn von uns abthun,und uns in und durch Jesu Lehre und Wahrheit heiligen. —Er mußte den Tod des Welterlösers sterben, für unser Heil unddie Verherrlichung Gottes.
Das Alles sah Jesus vorher, ehe er sich zum letztenschwersten Schritte entschloß. Er erkannte es, während erihn vollbrachte. Schaudernd sprach er: „O wie ist meine Seelebetrübt! Und was soll ich sagen? Vater, hilf mir aus dieserStunde: doch darum bin ich in diese Stunde gekommen. Vater,verkläre Deinen Namen!" So sprach er. Da kam eine Stimmevom Himmel : Ich habe ihn verklärt, und will ihn abermalsverklären. Das Volk, welches dabei stand, und zuhörte, sprach:es donnerte. Die Andern sagten : es redete ein Enge! mit ihm.(Joh. 12, 27 — 29.)
Das Osterfest war nahe. Alles eilte von nah und fern genJerusalem zu den Opfern im Tempel. Auch Jesus, begleitetvon seinen Jüngern, rciftte dahin, sich selbst zum großenOpfer für die Sünden der Welt darzubringen. Er hatte kurzvorher in Bechanim stürm Freund Lazaruä wieder ins Leben