Mittel. Aber die Einen verlachten ihn als einen gutmüthigenSchwärmer; die Andern haßten ihn, weil er die Schändlichkeitentblößte; die Gelindem nannten ihn einen frommen, wohl-wollenden Mann, ohne sich weiter um ihn zu bekümmern. Nurder hielt zu ihm, der einen Nutzen von ihm hoffte. Daß er emRetter sei, wie er nothwendig war, glaubte Keiner.
Als er daS erstemal nach Jerusalem kam—schon war längstder Ruf seiner Werke vor ihm hergegangen — war ein großesGemurmel von ihm im Volk. Etliche sprachen: Er ist fromm»Die andern aber sprachen: Nein, sondern er verführt das Volk»Niemand aber redete frei von ihm, aus Furcht vor einander.(Joh. 7, 12. 13.)
Wenn er ihre Kranken, ihre Blinden, ihre Besessenen,ihre Aussätzigen heilte: dann schollen Lobeserhebungen überall^dann hieß er der Messias, dann jauchzte ihm Jeder Beifall»Aber waren die Wohlthaten vollbracht, zog Jeder heim, un-gerührt durch die Lehren des Heiligen, und er und sein Thunward vergessen. Der Undank ist immer im Gefolge des Eigen-nutzes. Die Gergesener baten ihn, nachdem er zwei Besessenein ihrer Gegend geheilt hatte, und ihre Säue ins Wasser ge-stürzt waren, sich von ihren Grenzen zu entfernen. Nur Christusblieb sich selber gleich. Wer beharrt bis ans Ende, der wird selig!!Ihn kränkte der Wankelmuth der Menschen nicht; ihn freuteneben so wenig die unzuverlässigen Schmeicheleien, mit welchemman ihn oft begrüßte; er ging auf sein Ziel hin, mit unverwand-ten Blicken auf Gott, den ewigen Vater; und seine Liebe zurMenschheit konnte der Undank derselben nicht vertilgen. Erwußte sehr gut, was der aufruhrlustige, gegen Gesetz und Obrig-keit widerspenstige Pöbel von ihm wünschte; aber dies konnte ernicht wollen. So lange er seine Offenbarungen und Lehrennoch nicht fest und klar genug im Herzen seiner vertrautestenZöglinge fand, trug er deswegen sogar Bedenken, sich öffent-lich als den von Israel erwarteten Messias anzukündigen.Er sah die gefährlichen Wirkungen, welche dieser Name füvdie öffentliche Ruhe, oder für seine eigene Freiheit und Sicher-heit haben könne.