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neuen Verhältnisse an, in welche er das menschliche Geschlechtzur Gottheit stellte. Jene priesterlichen Gebräuche, jene Opfe-rungen, die Moses eingeführt hatte, als der Kindheit un-gebildeter Völker angemessen, waren schon von den weisestenMännern des Alterthums unwerth befunden worden. SchonDavid, schon Jesaias hatte gelehrt, daß nicht Thieropfer undLammesblut am Altar Gottes gefallen können, sondern ein hei-liger Sinn, ein rechtschaffener Wandel sei mehr denn jedesOpfer für den Herrn. So lehrte auch Jesus. Die Jadenglaubten, daß durch das Blut des jährlichen Versöhnopfers ihreSünden getilgt und Gottes Zorn abgewendet würde. Aberschon Jesaias weissagte von einer höhrrn Versöhnung durch dasLeiden und den Tod des sich für sein Volk hingebenden frommenDulders, welcher durch seine Gerechtigkeit Viele gerecht mache.Denn nichts versöhnt und rechtfertigt mehr, als der heilbrin-gende, fruchtbare Tod, der für die Wahrheit gelitten wird, undderselben durch den Glauben den Sieg verschafft: denn dieWahrheit macht frei, frei von Irrthum, Sünde und Tod; unddie gläubige Gemeinschaft mit dem Gerechten macht selbst gerecht.In diesem Sinne sagte Jesus, daß er sein Blut hingebe zumLösegeld für Viele, und daß er es vergieße zur Vergebung derSünden. Johannes der Täufer nannte ihn das Lamm, welchesdie Sünden der Welt trägt. Der Apostel Paulus verglich ihnmit dem Osterlamm, und schrieb seinem Tod eine versöhnendeKraft zu, wenn man an ihn und die durch ihn geoffenbarteGnade Gottes glaube. In einem Briefe an die Hebräerwird der Tod Jesu als das letzte Opfer und er selbst als derewige Hobepriesier, der sich selbst geopfert habe, dargestellt;und man sieht in diesem Briefe deutlich die Absicht des heiligenVerfassers, die Juden von ihren sinnlichen Opfervorstellungenzu den höhcrn geistigen Begriffen der Reinigung und Voll-endung durch Leiden und aufopfernden Gehorsam zu erheben.So wie aber Jesus Christus das Irdische des mosaischenPriefterthums, Opferwesens und Versöhnungsblutes in sichund für seine Jünger vergeistigt hatte, so verkörperten nach-mals die Menschen wieder aus Mißverstand alles durch ihn