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bekümmerten, ob sie Herzen besserten, sondern ob sie ihreEinkünfte besserten. Was sollte das Volk von einer Religionhalten, wenn diese selbst bei den Lehrern nur bloße Geschäfts-und Erwerbssache war? Anders mußte das Gotteswort vonJesu Munde tönen, wenn Jedermann gewahr ward, wie seinganzes Leben und inneres Wesen damit zusammenhing; wieer nur dafür allein athmete; wie alles Ucbrige ihm danebenwie elender Tand erschien. Nur das, wovon wir erfüllt undbegeistert sind, macht uns mächtig, Andere damit zu erfüllenund zu begeistern.
Christus, im unbeschränkten Vertrauen auf die Machthimmlischer Wahrheiten, die er den Menschen brachte, kanntedoch die Menschen zu wohl, denen er sie brachte. Darum warihm nicht genug, das heilige Wort auszusprechen; viel kam ihmdarauf an, wie er es aussprach. Er predigte mit sorgfältigerUmsicht und Klugheit. Im Anfang schonte er lange Zeit dieNationalvorurtheile der Juden. Er kannte ihrenHaß gegen die Heiden, ihre eingewurzelte Verachtung derSamariter. Und da er nun einmal die Verkündung des Evan-geliums zuerst bei den Juden beginnen wollte, mied er es, sichund die Seinigen ihnen anstößig zu zeigen. Daher rieth er imAnfang selbst seinen Jüngern, als er sie zur Predigt seinerLehre aussandte, nur allein in jüdische Gemeinden zu gehen.Gehet nicht, sagte er, auf der Heiden Straße, und ziehet nichtin her Samariter Städte; sondern gehet hin zu den VerlornenSchafen aus dem Hause Israel. (Match. 10, 5. 6.) Erst alser sein großes Werk hinlänglich gesichert sah, griff er in Wortund That auch dieses Vorurtheil, wie manches andere,an, welches der Ausbreitung des Evangeliums nachthcilig seinkonnte, und zeigte, daß der Samariter Gott angenehmer durchseine Tugend, als der Jude durch seinen Tcmpcldienst seinkönnte.
Er donnerte oft gegen die Gebrechen seines Volkes undseines Zeitalters — aber er ehrte die Personen undStände. Er schalt die Scheinhciligkeit und das Prunktrcibcnder Priester, Altardicner, Pharisäer und Schriftgclehrtcn; aber
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