gefangen zu nehmen kamen; dann ihn wieder in übergroßerFurcht dreimal vcrläugnete: schien doch plötzlich ein andererGeist über ihn gekommen zu sein, als Christus auf Erden voll-endet hatte. Er war es, der an dem ewig denkwürdigen Tageder Pfingsten mit unerschrockener Beredsamkeit den Wieder-auferstandenen predigte, daß sich in einem Tage^ dreitausendMenschen bekehrten; und rastlos, vor keinen Kerkern, vor keinerVerfolgung, vor keinem Qaalentod zitternd, predigte er dasGotteswort in Asien wie in Europa, und stiftete christliche Ge-meinden in beiden Weltthcilen. Das Feuer seiner Einbildungs-kraft und die schöne Lebhaftigkeit seiner Gefühle schimmert auchaus den beiden Briefen hell hervor, die er an die Judenchr istenin Asien schrieb. Unerschütterlich hielt er an seinem Jesus unddessen Offenbarung. Es ist der reinste Wicderklang seines Her-zens, der treueste Zeuge seines Wesens, wenn er schrieb: Wirhaben ein festes prophetisches Wort, und ihr thut wohl, daßihr darauf achtet, als auf ein Licht, das da scheint in einemdunkeln Ort, bis" der Tag anbreche, und der Morgenstern auf-gehe in euerm Herzen! (2. Petr. 1, 19.)
Es geht eine ehrwürdige Sage, die aus den ersten Jahr-hunderten der christlichen Kirche stammt, daß Petrus auch zuRom gewesen sei, und hier eine fromme Gemeinde gestiftet habe.Diese Sage, wiewohl durch nichts Anderes erwiesen, ist nichtunwahrscheinlich; eben so jene, welche erzählt, er sei zu Rom,in der Verfolgung aller Christen, unter der Herrschaft des grau-samen und elenden Kaisers Nero, ungefähr im sechsundsechzig«sten Jahre nach Christi Geburt, gekreuzigt worden. Denn wiekönnte man zweifeln,, daß die ersten Christen nicht das Schicksalder Jünger des Herrn ihren Nachkommen erzählt haben sollten,das Schicksal derer, welchen sie ihren Glauben, ihre Besserung,ihr höchstes Gut im Leben und im Tode dankten ?
Einen ähnlichen Ausgang schrieb man auch dem ApostelAndreas zu, dem Bruder des Petrus; doch weiß von denAlten Keiner davon. Sein Leben, der ganze Kreis seiner Wirk-samkeit, ist unbekannt geblieben; auch ist uns von ihm nichtsSchriftliches aufbehalten worden.