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Die zwölf Jünger Jesu.
Matth. 4, is.
Er lehrt; die in des Todes Schatten,
In finst'rer Nacht getappet hatten,
Seh'n staunenSvoll ein neues Licht.
Die, welche seine Reden hören,
Verwundern sich ob seinen Lehren;
So lehrten MosiS Jünger nicht!
Sein Wort ist mächtig, ist ein Regen,
Der das verdorrte Land durchfleußt;
Und auch ein Hammer, der mit SchlägenDie Felsen trifft und sie zerschmeißt.
§hristus zog in stiller Demuth, lehrend und wohlthätig, in Galiläaumher. Was er sprach und wie er sprach, rührte alle Gemüthermit erschütternder Gewalt. So einfache und erhabene Wahrheitenhatte niemals einer der Propheten und Dolmetscher Gottes imAlterthum gesprochen; solche wunderbare Kraft in Wort undThat hatte noch kein Sterblicher vor ihm gezeigt, und danebenverbreitete die Einfalt seiner Sitten, die Anspruchlostgkeit seinesBetragens, eine Tugend, die sich für Andere hinvpferte, einenwahrhaft göttlichen Glanz über sein ganzes Wesen. Jeder, auchder Aermste und Niedrigste, erkannte in ihm Seinesgleichen, unddoch konnte Niemand die Majestät seines Geistes verkennen, inder er über gemeine Sterbliche hervorragte. Man sah ihn mitLiebe an, aber auch mit Erstaunen; mit Vertrauen, aber auchmit Ehrfurcht. Viele im Volk fielen vor ihm nieder, und schrienund sprachen : Du bist Gottes Sohn!
Schon geraume Zeit hatte er gelehrt, in Schulen, auföffentlichen Plätzen, in Städten und Einsamkeiten. Ihm folgteüberall viel Volks. Doch war er lange ohne vertrautere Freundeund Schüler geblieben. Endlich wählte er sich auch diese, alsbleibende Zeugen seiner Thaten; als Tiefer-Eingeweihte in seineLehre; als Gehilfen in Verbreitung derselben ; als treue Auf-bewahrn und Fortpflanzer seiner Offenbarungen, wenn er einstdie Welt verlassen würde.