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7 (1837) Der Christ und die Ewigkeit
Entstehung
Seite
37
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gethan, und meine Stunden weiser benutzt, und begieriger jedeGelegenheit ergriffen, heilig, menschenliebcnd, ohne Eigennutz,ohne Verzärtelung zu handeln, wie er, der mein Vorbild ist,und dessen Nachfolger ich sein möchte! Verlorne Tage, Ver-lorne Jahre, klaget mich nicht vor Gott an!

Es ist wahr, ich habe redlich gearbciret, mich und dieMeinigen anständig zu versorgen und zu erhalten; ich habekeine Muhe gefürchtet, meine Vermögensumstände zu verbessern,wenigstens nicht schlimmer werden zu lassen. Diesen Ruhm wirdman mir lassen müssen. Darin that ich meine Pflicht. Aberwas für eine Pflicht? Sie ist von allen die allerleichteste. Dazutrieb mich nicht die Liebe zu Gott, sondern mein eigener Vortheilin der bürgerlichen Welt an. Dazu bedarf es keines Christenthums,denn jeder Heide thut das Gleiche, und oft besser als ich, wenner thätiger, sparsamer, vorsichtiger ist, als ich zuweilen seinmochte. Ja, die Thiere sogar thun dasselbe, indem sie fürsich und ihre Jungen, so lange diese noch Hilfe nöthig haben,Nahrung suchen, Nester bauen, und für den langen Wintersogar Vorräthe in ihre Höhlen sammeln.

Und ging ich dabei auch immer mit aller gebührenden Ehr-lichkeit und Treue zu Werke? Plagte mich dabei nicht zuweilendie schändliche Empfindung der Mißgunst und des Neides?Wußte ich auch wohl immer einen kleinen Ueberfluß auf weiseund gemeinnützige Art zum Besten eines Andern anzuwenden,und zwar jedesmal ohne alle Nebenabsichten? Habe ich wohloft dasjenige, was ich zu meinem Vergnügen zurückgelegt undbestimmt hatte, mir zuletzt versagt, und es hingegeben an Per-sonen, denen das Dringendste, das Unentbehrlichste mangelte?Verlorne Tage und Stunden, Verlorne Gelegenheiten, klagetmich nicht vor Gott an!

So that Jesus nicht, der göttliche Menschenfreund. Erarbeitete mehr für Andere, als für sich. Seine eigenen Be-dürfnisse waren immer gering, denn er wollte von dem, wasdas sinnliche Leben gibt, so unabhängig als möglich fein. Dadurchentwickelte er jenen Gottesmuth, dadurch jene himmlische Kraft,mit der er das schwerste Leiden über sich nahm, nicht daß er,