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entzücke, und wir ihm nachfolgen mögen. Würde der Erlöserin überirdischer himmlischer Gestalt hienieden erschienen sein, sowürden die Sünder sprechen: wir sind nur schwache menschlicheGeschöpfe, und unsere irdische Natur entschuldigt unsere Ver-gebungen; es ist nicht möglich, daß wir als bloße Menschen zusolcher Unschuld und Reinheit gelangen können, wie er, deruns zu seiner Nachfolge auffordert. Aber obgleich in der irdi-schen Hülle des Menschen, war Jesus göttlich in Sinn undThat, und man möchte sagen, die Gottheit war in ihmmenschlich geworden, stch durch ihn den Jahrtausenden zu offen-baren. Und so mußten Jesu Leben und Jesu Lehren für dieMenschheit wohlthätig und fruchtbar bleiben, damit wir schonhienieden gottselig zu wandeln und nach seinen göttlichen Ge-boten zu leben uns bestreben.
Wie früh aber schon in Jesu das Streben nach dem Himm-lischen laut ward, davon finden wir in seiner von Matthäusgegebenen Lebensbeschreibung eine herrliche Spur. Seine Ael-tern, die gewöhnlich alle Jahre einmal nach Jerusalem reiseten,nahmen ihn einst, als er zwölf Jahr alt war, mit sich dahin inden Tempel. Hier erfüllten die heiligen Umgebungen seine umschuldvolle Brust mit höherer Sehnsucht. Er hörte mit Begierdie Lehrer, und hier fand man ihn sitzen mitten unter isnen,daß er ihnen zuhörte und sie fragte. Aber seine Fragen selbstverriethen, daß er mit Andacht und Scharfsinn schon in seineneinsamen Stunden darüber nachgedacht hatte. Und Alle, dieihm zuhörten, bewunderten die Größe seines Verstandes, dieKlarheit und Tiefe in seinen Antworten. (Luk. 2, 47.) Er ver-gaß in diesen für ihn so lehrreichen Unterhaltungen Vater undMutter. Nur der ewige Vater, nur Gott war sein Gedanke.Drei Tage lang suchten ihn seine Aeltcrn vergebens. Sieglaubten anfangs, er habe stch mit andern Befreundeten undBekannten auf die Rückreise begeben. Da sie ihn aber nacheiner Tagereise nirgends bei den zurückkehrenden Verwandtenfanden, gingen sie wieder nach Jerusalem.
Sie erblickten ihn endlich im Tempel noch immer verweilend.Nur der ewige Vater, nur Gott war sein Gedanke. Und als ihn