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unter den Schwertstreichen Nebukadnezars, deS KönigS vonBabylon. Die Vornehmsten des Landes wurden hinweggeführtin Gefangenschaft, und heidnische Besatzungen erfüllten dieStädte und Ortschaften des altbcrühmten Bodens. Jehova'sTempel lag in Trümmern. Das zurückgebliebene, unterjochteVolk nahm, in Unwissenheit versinkend, Sitten und Götzen-dienst seiner Herren an, und ein großer Theil von den weg-geführten Juden den Aberglauben der Gegenden, in welchen siefern vom Vaterland? wohnen mußten.
Siebenzig Jahre weinten die Verbannten in der babylonischenGefangenschaft, bis Gott das Herz des großen Königs vonPersien rührte. Cyrus (oder wie ihn die heilige Schrift nennt,Cores) ließ sie heimkehren ins Vaterland, und den zerstörtenTempel wieder aufrichten. Der edle Esras, ihr Statthalter,sammelte wieder die zerstreuten Schriften Mosis und andererheiligen Männer. Er strebte aber vergebens, der Wiederhcrstellereines Volkes zu werden, welches die Tugenden seiner Vaterverloren, und von den Lastern des Heidcnthums zu viel liebgewonnen hatte. Es hing zwar an den Vorschriften Mosis,und beobachtete die äußerlichen gottesdienstlichen Gebräuchemit pünktlicher Strenge. Aber Beten, Fasten, Opfern ist keinGottesdienst, und äußere Werkseligkeit keine Tugend. Sie hattenden Tempel des Herrn wieder aufgebaut, aber nicht die Furchtdes Herrn im Gemüthe. Schon früher hatte ihnen der ProphetJeremias, doch vergebens, zugerufen : Verlasset euch nicht aufdie Lügen, wenn sie sagen : Hier ist des Herrn Tempel! hierist des Herrn Tempel! hier ist des Herrn Tempel! sondernbessert euer Leben und Wesen, daß ihr recht thutEiner gegen den Andern. (Jer. 7, 4. 5.)
Weder er, noch spätere Weisen des Volks fanden Gehör.Das Göttliche war bei den Meisten nur dem Namen nach vor-handen ; der Hang zum Irdischen waltete vor; die Neigung zumBösen siegte über das Ewiggute. Darum mußte das Volk, treudem Buchstaben, aber abtrünnig dem Geiste des Gesetzes Mosis,verderben durch die Laster, welche Rom und Griechenland zuGrunde gerichtet haben. Es fiel aus der Botmäßigkeit der Perser