-eit und des vaterländischen Ruhmes. Meinet nicht, heute seieine andere Zeit.
Noch heute, wie sonst, sieht man die kühne Wahrheit,das ewige Recht verfolgt von der Bosheit des herrschsüchtigenStolzes oder des gekränkten und bedrohten Eigennutzes. Aberdie Wahrheit bleibt Wahrheit, auch in den Flammen desScheiterhaufens, und das ewige Recht bleibt Recht, auch inKerkern und auf Blutgerüsten. Die Wahrheit und das RechtWerden überwinden, und ihre Verfolger und deren Geschlechtereinst blutig verderben.
Noch heute, wie sonst, steht man die Scheinheiligkeit, oderSie stolze Unwissenheit, oder die tückische Selbstsucht ihres Vor--theils wegen gegen die Fortschritte der sogenannten Aufklärung,das heißt, der Erkenntniß der Weisheit, eifern; man hört nochHeut, wie sonst, das Geschrei der Blödsinnigen und Habsüchtigen,gegen den Geist der Zeit, das heißt, gegen die Richtung desmenschlichen Geschlechts, die aus dessen bisherigen ErfahrungenEntsprungen ist. Aber das gewaltige Rad des Jahrhunderts gehtzermalmend über die Thoren hin, welche sich frevelnd dementgegenstämmen, was Naturmacht und Verhängniß und SinnAnd Empfindung der Menschheit, nicht Spiel und Laune einesMüßigen Kopfes ist.
Nichts bleibt das Alte. Nichts Vergangenes kehrt um. DesMenschen Leib wird Asche, der Geist stirbt nicht; so in derMenschheit auch. Die Formen brechen von Jahrhundert zuJahrhundert; aber der Geist des Ganzen dauert, und wächstund wandelt in neuen Formen, bis auch sie wieder veraltenMüssen.
Und in diesem allgemeinen und schweren Kriege der Finsterniß«nd des Lichtes, des Irrthums und der Wahrheit, des Bösenund Guten, hat jeder von uns feine angewiesene Stelle auf demunübersehbaren Kampfplätze. — Wohlan, so reihe dich denn andie kleine Schaar der Auserwählten, die, ohne Rücksicht aufihren irdischen Vortheil, dem, was wahr und recht und gemein-wohlthätig ist, beistehen! Tritt unter das Banner Gottes fürTugend, Gerechtigkeit und Menschenglück! Drin Heerführer