rechtigkeit der Friede zurück. Das Reich des Bösen kann nichtneben dem Reiche der Gerechtigkeit bestehen: darum dauert derStreit fort. Noch sind Gährungen aller Orten, Hader um Neuesund Altes, Hader um Rechte und Pflichten, Hader für undwioer Aufklärung des Volkes, Hader für und wider die Frei-heit des Landes, Hader für und wider die Begünstigungen ein-zelner Stände und Geschlechter, Hader für und wider das Be-fugniß der Geister zum Selbstdenken, Hader für und wider dasRecht der Nationen — Alles der Streit des Guten und Bösenin der Menschheit, wie in vergangenen Weltaltern, nur mitveränderten Namen und Gegenständen, mit andern Streiternund Waffen.
Und wie sonst, erkennen wir auch bis auf den heutigen Tag,daß alles Ungerechte des Menschen den Menschen, und allesUngerechte des Staates den Staat ins Verderben zieht. — Esist unausweichlich. Daher konnte man von jeher die Schicksale,wie von einzelnen Personen, auch von ganzen Nationen undThronen weissagen, und ihr Elend verkünden, so blühend, sogroß, so furchtbar sie auch noch in ihrer Herrlichkeit dastehenmochten. — Haltet ein Volk in Knechtschaft; leget seinemVerstände Fesseln an; tödtet in ihm daS Vermögen oderdie Freiheit des Denkens; versperret ihm den Weg zu bessererErkenntniß; prediget ihm, was ihr selbst nicht glaubet; undnachdem ihr das Geistige in ihm erniedrigt habet, treibet eszur Gewerbsthätigkeit, zum sinnlichen Wohlstand; verwandeltMenschen in duldsame, schweigende, euch nützliche Arbeits-und Lastch-ere: ihr werdet sammt euerm Volke verderben. Ihrselbst impfet ihm die thierische Selbstsüchtigkeit ein; ihr selbstbringet euch Zwietracht, Empörung oder Fluch. Maschinenoder Lastvieh wollt Ihr aus Euersgleichen schaffen; aber Euers-gleichen bleibt Euersgleichen; ihr machet nur einen verdorbenem,gefährlichern Menschen in einem schwächern Staate, ihn zuzertrümmern.
Noch heute, wie sonst, sind Wollust und Ueppigkeit dasdurchdringendste Gift zur Zerstörung der öffentlichen Glückselig-