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3 (1830) D bis E
Entstehung
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Ewald (Johann Ludwig)

Tod", ein aus dem Sagenkreise der Edda genommener Stoff, und s.Rolf" (einTrauerspiel, dessen Stoff aus der alten Geschichte Dänemarks ist) sind Werke, die beimanchen Mängcln das Gepräge echter Genialität an sich tragen, und mehre s. Odenund Elegien gehören zu dem Besten, was die neuere Zeit in dieser Hinsicht hervor-brachte. Da die geringe Unterstützung, welche dieRegierung dem Dichter angedeihcnließ, ihn fortwährend zur Beschränkung nöthigte, mußte« sich durch Gelegenheitsge-dichte einen kleinen Erwerb verschaffen. Der von s. Landslcuten bewunderte, von s.zahlreichen Freunden geliebte Mann starb, nachdem er Jahre lang mit allen Übeln! einer durch ein etwas unordentliches Leben sich zugezogenen Gicht und mit Mangelund Noth gekämpst hatte, in Armuth zu Kopenhagen am 17. März 1781, kaum 38,! I. alt. Eine schöne Ausg. seiner sämmtl. Dichtungen kam bald nach seinem Tode ini 4 Bdn. heraus. S. über ihn: Fürst'sBriefe über die dänische Literatur".

! Ewald (Johann Ludwig), I). der Theologie und Kirchenrath, geb. 1748 ini dem fürstl. isenburgischen Städtchen Hayn derdrei Eichen, erhielt seine erste Bildungvon seinen Ältern und von einem Prediger, von welchem er zwar wenig Gründlicheslernte, der aber sein Herz durch Vertrauen und Liebe bildete. Er wollte entweder Pre-diger oder Baumeister werden. Zu dem Ersten verweigerte der Vater, ein strenger,redlicher Pietist, die Einwilligung, weil des Knaben leichter munterer Sinn keinenGeschmack an den Erbauungsstunden seines Vaters fand, wo er die für ihn unver-ständlichen Propheten so gut wie die Lebensgeschichte Josephs oder Jesu, zum Schlußaber immer in Valentin Wudrian'sKreuzschule" lesen mußte. Durch eine vonden Pocken zurückgebliebene Augenkcankheit, durch welche er die Sehkraft an demeinen Auge verlor, bekam er eine ernstere Stimmung. Ohne gründliche Borkennt-niffe ging er nach Marburg, um Theologie zu studiren. Ein wackerer Prediger leiteteseine Studien. Auch wirkte der geistreiche Professor Robert wohlthätig auf seineSittlichkeit. Nach vollendeten Studien übte er sich im Predigen, bis ihm Roberteine Hauslehrcrstelle in Kassel verschaffte, von wo er nach einem Jahre zu den jün-gem Prinzen von Hessen-Philippsthal als Erzieher berufen wurde, an deren Bildunger 2 Jahre arbeitete. Der Jüngste war der Vertheidiger von Gacta. Sein Lan-desherr, der Fürst von Jsenburg, berief ihn an eine kleine Dorfgemeinde. Es waraber nur ein Versuch, ob er demüthig genug sei, eine so kleine Stelle anzunehmen.Nach wenigen Wochen erklärte ihm der Fürst, daß er eigentlich zum Prediger inOffenbach bestimmt sei. Hier fand die Moral und der populaire Rationalismus,i den er predigte, Beifall. 1767 verheirathete er sich mit einer geb. Dufay ausFrankfurt. Manche in der Folge eingetretene, nicht ganz unverschuldete Leiden,gegen die ihm seine sogenannte Philosophie kein Heilmittel gab, die Bekanntschaftmit Lavaicr, besonders aber die Correspondenz mit dem seligen Pfarrer Hahn, da-mals Prediger in Kornwestheim im Würtembergischen, veranlaßten ihn, die Bibelruhiger und unbefangener zu lesen. Nun fand er Alles ganz anders. Eine seinerHypothesen nach der andern stürzte zusammen. Er erkannte, daß die Vernunft nicht. oberste Richterin in Glaubenssache» sein, daß der Mensch sich nicht allein, wie undwann er will, bessern, stärken und beruhigen könne, daß wir ein Wesen bedürfen,s wie uns die Bibel Jesus darstellt. Seine Überzeugung wurde so lebendig, die Reuej über s. verkehrtes Predigen und seinen Christenthumleeren Religionsunterricht wurde! so brennend, daß er 1778 öffentlich seine Verirrungen gestand und erklärte, daß! er von nun an mehr im Geiste des Evangeliums predigen wolle. Zugleich kündigtej er Erbauungßstunden, hauptsächlich für die von ihm consirmirten Kinder an, vonI denen jedoch Niemand ausgeschlossen sein sollte. Diese Predigt machte viel Aufse-hen und zog ihm Verfolgungen zu, die er indeß geduldig ertrug. Die Versamm-lungen wirkten gut. Es verbreitete sich ein christlich-religiöser Sinn, ohne Sekten-geist. Einige Zeit nachher erhielt er einen Ruf als Generalsuperintendent, Con-ßstorialrath und Hofprediger nach Detmold, in der Grafschaft Lippe. Sein ihm