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Eberhard i„> Bart
schriftlichen Ausdruus und eine Schreibart sich zu eigen machte, die nachher vielens. Zeitgenossen ein Muster wurde. Mit Nicolen und Mendelssohn schloß er dieengste Freundschaft. Seines künftigen Fortkommens wegen trat er nach 2 Jahrenin den Prcdigerstand zurück und wurde Prediger bei dem berliner Arbeitshause.Sein Gehalt war sehr gering. Um diese Zeit schrieb er s. „Neue Apologie des Sa-krales" (Berlin 1772). Dieses Werk erhielt den Beifall einsichtsvoller und edler ^Männer in Deutschland und im Auslande; allein Vielen war es anstößig, daß ein IPrediger aus solche Art über Religionssachen philosophirte, und E. durfte nun auf leine bessere Anstellung in Berlin nicht weiter rechnen. Er nahm daher 1774 diePredigerstelle zu Charlottenburg an, fand aber auch dabei Schwierigkeiten, bis erzuletzt durch einen ausdrücklichen Befehl König Friedrichs !> eingesetzt wurde. 1778nahm er die durch G. F. Meier's Tod erledigte Stelle eines Professors der Philoso-phie zu Halle an, wo er zum Behuf s. Vorlesungen verschiedene Lehrbücher herausgab. 1786 ward er in die berliner Akademie der Wissenschaften aufgenommen,1805 Gehcimerrath und 1808 v. der Theologie. Er starb den 6. Jan. 1809 im70. I. s. Alters. Deutschland verehrt ihn als einen klaren populaircn Denker undzugleich als einen angenehmen und unterhaltenden Schriftsteller. Nicht nur in derstrengern Methode eigentlicher Lehrbücher, wovon s. „Sittenlehre der Vernunft",s. „Vorbereitung zur natürlichen Theologie", s. „Theorie der schönen Künste undWissenschaften", und s. „Geschichte der Philosophie" Beweise sind, sondern auchin der fortlaufend abhandelnden Form und in der mit Unterhaltung verbundene»Belehrung und Überführung des Verstandes ist er trefflich und musterhaft. Seine„Apologie des Sokrates" (3. A. 1788), s. „Amyntor" (Berl. 1782), s. „Hand-buch der Ästhetik" (Halle 1803 — 5,4 Bde.) und mehre Aufsätze in s. „Vermisch- ,ten Schriften" (Halle 1784 — 88) sind classisch in dieser Hinsicht, und durch s.„Versuch einer allgemeinen deutschen Synonymik" (Halle 1795 — 1802, 6 Bde,später auch in einem Auszuge) übertraf er Alles, was bisher hierin geschehen war.
Eberhard im Bart, erster Herzog von Würtembcrg, geb. 1445, 8J.nach der Theilung der würtemb. Besitzungen zwischen s. Vater, Graf Ludwig demÄltern, welcher die uracher, und dessen Bruder, Graf Ulrich dem Vielgeliebten,welcher die neufener oder stuttgarter Linie stiftete. E.'s Vater starb in s. besten .Mannsalter, und bald nach ihm auch s. erstgeborener Sohn, Ludwig; so kam das jgesammte Gut des Vaters an E., der damals noch minderjährig war. Bei demStreite, der über die Vormundschaft entstand, indem neben Ulrich, s. VatersBruder, auch noch Kurfürst Friedrich der Siegreiche von der Pfalz, der Bruders. Mutter Mechtilde, Anspruch darauf machte, geschieht würtembergischer Stande,der Ritterschaft und Landschaft, zum ersten Mal Erwähnung 1457. Ulrich wurdeVormund; aber nicht zum Vortheil E.'s, indem er nicht der Mann war, s. Mün-del zu erziehen und in Ordnung zu halten, sondern ihn ohne Aufsicht und bes-sere Bildung wild und roh aufwachsen ließ. E. schweifte anfalle Art aus, undkaum war er 14 Jahr alt, als er sich sogar heimlich aus Würtemberg entfernte,um öffentlich gegen s. Oheim aufzutreten und von ihm zu verlangen, daß er ihmselbst die Regierung überlassen solle. Unterstützt von Verwandten mütterlicherSeite, setzte er die Sache durch, und Ulrich wich dem 14jährigen Jünglinge, dernoch eine Zeit lang auf die alte Weise fortlebte, während Andre in s. Namen regier-ten , und Würtemberg durch eine stürmische Zeit glücklich hindurchfühlten, bis erauf einmal zur Besinnung kam, und zum ernsten, würdigen Mann und höchst ,wohlthätigen Regenten für ganz Würtembcrg wurde. Eine Andachtsreise, die er1468 nach Palästina machte, war Folge dieser Sinnesänderung; seine Vermäh-lung mit der trefflichen Prinzessin Barbara von Mantua, 1474, befestigte ih»darin, und er wirkte von nun an in geräuschloser, aber stetiger und ununterbrochenerThätigkeit für das innere Wohl von Würtemberg. Man hatte erkannt, wie schöd-