Druckschrift 
3 (1830) D bis E
Entstehung
Seite
409
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Dussrk Düsseldorf . 409

Dussek (Johann Ludwig), geb. zu Czaslau in Böhmen um 1760, einerder bedeutendsten Pianofortespieler und Eomponisten für dies Instrument, zeichnetesich anfangs als Künstler auf der Harmonie« aus, ging 1786 nach Paris, von danach London, wo er 1796 eine Musikhandlung und Notenstecherei in Verbindungmit Correi anlegte. 1800 kam er nach Hamburg, wo er sich längere Zeit auf-hielt, ging in der Folge nach Berlin und ward der nähere Bekannte, Vertrauteund Begleiter des durch seinen rühmlichen Tod, wie schon früher durch seine gro-ßen Talente, namentlich für Musik, bekanntgewordenen Prinzen Louis von Preu-ßen, auf dessen Tod er auch eine seine Gefühle ausdrückende Sonate u. d. T.kleAio" schrieb. Er wurde nachher beim Fürsten von Jsenburg angestellt, trataber bald in die Dienste des Fürsten von Bcncvent, mit dem er nach Paris ging,wo er 1812 starb. Als Eomponist zeigt er viel Eigenthümlichkeit, reiche Erfin-dung und ein Feuer des Gefühls, welches auch in seinem trefflichen, sichern undeigentlich großen Spiele unverkennbar war. Ein Verzeichniß seiner Compositionengibt Gerber.

Düsseldorf (2200 H., 26,600 E., darunter 3500 Protestanten), Sitzder Regierung des düsseldorfischen Regierungsbezirks in der preuß. ProvinzJülich-Klcve-Berg, sonst die Hauptst. des Herzogthums Berg, breitet sich aufeiner schönen Ebene am Rhein aus und wird an der Südseite von der Düssel be-spült, die unter dem Schlosse sich mit dem Rheine vereinigt. Durch das französ.Bombardement 1794 wurde das Schloß und ein großer Theil der ansehnlichstenGebäude in einen Schutthaufen verwandelt. Die Stadt ist eine der schönstenam Rhein; die Straßen sind zum Theil regelmäßig angelegt, und die Häuserdurchaus von gebrannten Steinen erbaut. Sie theilt sich in die Altstadt, Neu-siadt und Karlsstadt. Die Neustadt wurde vom Kurfürsten Johann Wilhelmerbaut. Die Gebäude sind Palästen ähnlich, und die breite Straße ist mit Lin-den besetzt. Die Karlsstadt verdankt ihre Entstehung und ihren Namen dem Kur-fürsten Karl Theodor. In der neuesten Zeit ist sie vergrößert worden. Sie be-steht aus mehren Vierecken, die einen großen Platz einschließen. Sehenswürdigsind: die Collcgiat-und Hauptpfarrkirche mit den Grabmälern der alten Herzogevon Jülich und Berg, unter welchen sich das marmorne Mausoleum des HerzogsJohann auszeichnet; die Jesuitcnkirche, welche jedoch mit Verzierungen überladenist; die bronzene Reiterstatue des kunsiliebenden Kurs. Johann Wilhelm, welchemDüsseldorf sein Emporkommen verdankt (sie steht auf dem Markt und ist von Cre-pello gegossen); die zweite marmorne Statue desselben Kurfürsten, gleichfalls vonbrepello, in der Mitte des Schloßhofes (von dem schönen Schlosse sind nur nochdie Ruinen vorhanden); die Sternwarte im ehemaligen Jesuitencollegium, unddie schöne Sammlung physikalischer Instrumente. Die 1690 gestiftete Gemälde-galerie, die reichste an Werken von Rubens u. a. großen Meistern der niederländ.und flamändischen Schule, sonst die vorzüglichste Zierde Düsseldorfs, wurde 1805nach München gebracht; nur die kostbare Sammlung von (14,241) Originalhand-zeichnungen, 23,445 Kupferstichen und Gypsabdrücken ist zum Gebrauche derdüsseld. Kunstakademie noch vorhanden. Hier wurde 1828 ein preuß.-rheinländ.Kunstverein gestiftet. D. hat eine Kunst- und Bauschule, ein Gymnasium u. a.Anstalten. Bedeutend ist die Seiden - und Baumwollenspinnerei, die Essig - undSeifensiederei, die Zuckerrafstnerie :c.; bekannt ist der düsseld. Senf. Noch wich-tiger sind der Speditions - und Zwischenhandel, besonders die Rheinschifffahrt;D.'s Hafen ist einer der besuchtesten am Flusse. D. hat eine sogen. Beurt oderRangfahrt nach Holland und dem Kleve'schcn, welche ausschließlich von 9 Schiffernbetrieben wird, sodaß 5 davon die Transporte nach Amsterdam, und die 4 anderndie Transporte nach Dortrecht und zurück besorgen. Bei dem Schlosse Jägerhos istder Hosgarten mit geschmackvollen Anlagen und der botanische Garten.